Mit dem Start ins neue Schuljahr setzt das Gesundheitsamt Rosenheim seine Präventionsarbeit zum gesunden Umgang mit digitalen Medien an den Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim fort. Nach der großen Nachfrage im vergangenen Schuljahr sollen Kinder auch künftig frühzeitig dabei unterstützt werden, digitale Medien bewusst und verantwortungsvoll zu nutzen. Gleichzeitig nimmt das Gesundheitsamt verstärkt die Eltern in den Blick.
Martin Seidl, zuständig für Suchtprävention am Gesundheitsamt, wird im neuen Schuljahr gezielt Elternbeiräte begleiten und als Moderator unterstützen. „Die Schule kann unterstützen, indem sie über regionale Hilfsangebote informiert. Besonders erfolgreich sind Initiativen dann, bei denen Eltern im Klassen- oder Schulverbund gemeinsam an Strategien für einen gesunden Medienumgang arbeiten“, erläutert der Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim Dr. Wolfgang Hierl den Ansatz.
Wie groß der Bedarf an Unterstützung ist, zeigt allein der Blick in das vergangene Schuljahr: Martin Seidl besuchte insgesamt 57 Grundschulklassen in Stadt und Landkreis Rosenheim und erreicht so rund 1100 Schülerinnen und Schüler. Die Workshops waren wie auch in den Vorjahren über das gesamte Schuljahr hinweg ausgebucht. Das Gesundheitsamt Rosenheim bietet die Präventionsworkshops seit über zehn Jahren an.
Auch eine aktuelle Befragung von Grundschullehrkräften im Landkreis bestätigt den hohen Stellenwert des Themas. Der „gesunde Umgang mit digitalen Medien“ wird darin durchgehend als sehr wichtig eingestuft.
Die Erfahrungen aus den Schulen zeigen zugleich, wie selbstverständlich digitale Geräte bereits zum Alltag vieler Grundschulkinder gehören. Immer mehr Kinder besitzen eigene Smartphones, Tablets oder Smartwatches und nutzen Streaming-Dienste und Videospiele. Lehrkräfte beobachten dabei auch mögliche Folgen eines übermäßigen Konsums, etwa Schwierigkeiten bei Konzentration und Aufmerksamkeit sowie beim Lesen und Schreiben.
Auf Basis der Befragungsergebnisse hat Martin Seidl sieben konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt. Sie sollen Schulen und Eltern dabei unterstützen, Medienerziehung gemeinsam zu gestalten und Kindern klare Orientierung zu geben. Dabei geht es nicht darum, digitale Medien grundsätzlich aus dem Alltag zu verbannen. Entscheidend sind vielmehr altersgerechte Regeln, die Begleitung durch Erwachsene und ein bewusster Umgang mit Bildschirmzeiten. So gehören zu den Empfehlungen unter anderem maßgeschneiderte Mediencoachings für Familien und schulspezifische Vereinbarung für die Mediennutzung.
Mit diesem Ansatz liegt die Präventionsarbeit des Gesundheitsamtes auch auf einer Linie mit der aktuellen bayerischen Strategie. Der Freistaat hat für das neue Schuljahr eine Agenda für mehr digitale Balance bei Kindern und Jugendlichen auf den Weg gebracht. Sie sieht unter anderem eine Stärkung der Medienkompetenz, der Präventionsangebote und der Elternarbeit vor.
Als grobe Orientierung empfiehlt das Bayerische Gesundheitsministerium für Schulkinder eine Bildschirmzeit von etwa zehn Minuten pro Lebensjahr und Tag. Ein eigenes Smartphone wird häufig frühestens ab einem Alter von zwölf Jahren empfohlen; für Grundschulkinder sei ein Smartphone daher grundsätzlich noch nicht geeignet.
Weiterführende Informationen finden sich auf der Webseite des Landratsamtes im Bereich Gesundheitswesen unter dem Stichpunkt Prävention: https://www.landkreis-rosenheim.de/gesundheitswesen/







