Der Jugendhilfeausschuss hat den ersten Schritt für eine sozialpädagogische Jugendarbeit an Gymnasien gemacht. Die Mitglieder des Ausschusses empfahlen dem Kreistag, die finanziellen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Die Entscheidung war einstimmig. Sollte der Kreistag zustimmen, könnten die Gymnasien Bad Aibling, Bruckmühl, Prien, Raubling und Wasserburg jeweils mit einer halben Stelle ausgestattet werden. Die Gesamtkosten liegen bei insgesamt 150.000 Euro pro Jahr. Die Ausstattung der Gymnasien mit entsprechenden Fachkräften soll schrittweise erfolgen. Voraussetzung ist die Zustimmung des Kreistages.

An den Mittelschulen, Förderzentren, Berufsschulen und einigen Grundschulen gibt es bereits entsprechende Angebote der Jugendsozialarbeit. Sie werden von den Sachaufwandsträgern finanziert und vom Landkreis sowie dem Freistaat Bayern im Rahmen der Förderrichtlinien bezuschusst. Einige Grundschulen werden bei diesen Angeboten zusätzlich von den Kommunen finanziell unterstützt. Für Gymnasien gibt es ein solches staatliches Förderprogramm bisher nicht. Der Bedarf nach sozialpädagogischer Unterstützung ist aber auch an dieser Schulform in den vergangenen Jahren gestiegen. Die Gymnasien Bad Aibling, Raubling, Wasserburg, Prien und Bruckmühl haben sich mit dem Wunsch nach sozialpädagogischer Unterstützung bereits an das Landratsamt gewandt. An den Gymnasien in Bad Aibling, Raubling und Bruckmühl sind stundenweise pädagogische Fachkräfte im Einsatz. Diese Stunden werden derzeit aus dem Lehrerbudget finanziert und fehlen den Gymnasien an anderer Stelle.

Auch das Jugendamt des Landkreises Rosenheim sieht den Bedarf und unterstützt den Wunsch der Schulen. Die Belastungen aus dem familiären Umfeld, Herausforderungen im sozialen Kontext, psychische Belastungen sowie persönliche Faktoren führen zu einer Beeinträchtigung im Schulleben und einer Leistungsminderung. Jugendhilfe mit ihrem Beratungs- und Unterstützungsangebote setzt an diesen Punkten an und unterstützt die Kinder und Jugendlichen gezielt in ihrer Entwicklung.

Aufgrund der Erfahrungen und Erfolge mit dem Konzept der „Jugendarbeit an Realschulen“ seit 2018 soll dieses Konzept auch an den Gymnasien umgesetzt werden. Das Konzept setzt vor allem auf gruppenbezogene Angebote, Projektarbeiten, Maßnahmen zur Prävention und Integration sowie ein Lernen auf Augenhöhe. Es steht allen Kindern und Jugendlichen zur Verfügung und ist nicht nur auf individuelle Problemstellungen ausgerichtet.