Wie sieht ein zukunftsorientierter landwirtschaftlicher Betrieb aus? Für Johannes Köpke gibt es auf diese Frage nicht die eine richtige Antwort. Für den Hofnachfolger auf dem Köpke-Hof in Vagen ist der Weg das Ziel. Ideen werden entwickelt um schlussendlich verworfen oder umgesetzt zu werden. Landrat Otto Lederer und Kreisbäuerin Katharina Kern lernten bei ihrem Besuch auf dem Köpke-Hof einen Betrieb mit verschiedenen Standbeinen kennen.

Erst 2001 waren die ersten Kühe in den Stall des neu errichteten Bauernhofes am Ortsrand von Vagen, in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, eingezogen. Johannes Eltern, Lina und Peter Köpke, hatten zuvor auf einem gepachteten Gutshof Landwirtschaft betrieben. Um einen eigenen Betrieb aufbauen zu können, kauften sie zwei Hektar Grund. Die restlichen 41 Hektar sind gepachtet.

Aufgrund der vergleichsweise geringen Fläche war der Familie klar, dass der Hof mehrere Standbeine brauchte. An erster Stelle steht die Milchwirtschaft, im Stall stehen gut 50 Stück Vieh und deren Nachzucht. Die Wärme der Milch nutzen die Köpkes, um mit Hilfe eines Wärmetauschers täglich 500 Liter Wasser auf 60 Grad zu erhitzen. Es steht den Gästen zur Verfügung, die eine der Ferienwohnungen bezogen haben oder einen der wenigen Campingplätze am Hof nutzen, denn Urlaub auf dem Bauernhof ist das zweite Standbein.

Zudem mähen sie den Rasen auf Spielplätzen und anderen kommunalen Flächen, pflegen Streuwiesen und unterstützen beim Winterdienst. Diese gewerblichen Tätigkeiten laufen so gut, dass die Familie einen Angestellten einstellen konnte. Auch das bei den Arbeiten anfallende Grüngut wird verwertet. Der Rasen wird kompostiert, das Laub zur Einstreu im Stall verwendet und das restliche Grüngut dient als Hackschnitzel für die Heizung. Gut 12.000 Liter Öl können so pro Jahr gespart werden.

Die Köpkes sehen sich aber noch nicht am Ende angelangt. In den kommenden Wochen wird die erste Photovoltaik-Anlage installiert. Den erzeugten Strom wollen sie selbst verwenden. Im Aufbau begriffen ist auch ein von außen zugänglicher Raum für die Direktvermarktung. Ein Milchautomat zum Selbstzapfen ist bereits vorhanden, ebenso wie erste Produkte wie Nudeln oder Honig.

Johannes Köpke verbindet Wachstum nicht mit zusätzlicher Fläche. Für ihn und seine Familie geht es darum, in die Tiefe zu wachsen. „Annehmen, was da ist und das Beste daraus machen“, sagt er. Vom Landrat gab es Lob, „ihr seid breit aufgestellt, ein interessanter vielfältiger Betrieb.“ Und Kreisbäuerin Katharina Kern sagte, „es ist bemerkenswert, welche Gedanken ihr euch zur Nachhaltigkeit macht.“

Hofnachfolger Johannes Köpke und Landrat Otto Lederer

Hofnachfolger Johannes Köpke und Landrat Otto Lederer.