Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 04.02.2021 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass sich der seit Ende Dezember abzeichnende klare Trend für eine Abschwächung des Infektionsgeschehens in der Region weiterhin fortsetzt. In der Stadt Rosenheim wurde der Wert der 7-Tage-Inzidenz von 100 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen seit dem 30.01. kontinuierlich mit fallender Tendenz unterschritten und lag am 04.02. bei 64,5. Im Landkreis wurde die Schwelle von 100 bereits seit 26.01. unterschritten und lag gestern bei einem Wert von 78,1.

Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 3 und 57 neue Fälle gemeldet. Durch die abgesunkenen täglichen Meldezahlen fällt es nunmehr leichter, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Das Gesundheitsamt Rosenheim kann die positiv Gemeldeten weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

„Somit besteht in der Stadt und im Landkreis Rosenheim ein robuster Abwärtstrend bei den Fallzahlen und dem Infektionsgeschehen insgesamt. Die harten Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung zeigen Früchte“, berichtet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim.

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld. Bedeutung haben auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen.

Erfreulicherweise werden in Stadt und Landkreis in immer mehr stationären Einrichtungen Erst- und Zweitimpfungen vorgenommen:
Insgesamt sind ca. 12.000 Impfungen seit Impfstart in Alten- und Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese erfolgt. 7.886 davon waren Erstimpfungen, 4.151 Zweitimpfungen. Insgesamt 5.159 dieser Impfungen wurden in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie betreuten Wohnformen in der Region verabreicht. In der Stadt Rosenheim haben die noch nicht nachweislich mit Corona infizierten Bewohner der vier Alten- und Pflegeheime die erste und zweite Impfung erhalten. Im Landkreis Rosenheim erfolgte in 50 der insgesamt 59 Alten- und Pflegeheimen der höchsten Priorität eine Erstimpfung der noch nicht bereits infizierten Bewohner, in 40 dieser Einrichtungen haben die Bewohner auch die Zweitimpfung bereits erhalten. In den restlichen neun Heimen im Landkreis Rosenheim war überwiegend ein Großteil der Bewohner bereits infiziert.
„Auch wenn es bislang vereinzelt nach Verabreichung der ersten Impfung zu Infektionsfällen gekommen ist, weil eben nach nur einer Impfung noch kein sicherer Impfschutz aufgebaut war oder die Impfung in der Inkubationsphase der Infektion verabreicht wurde, so haben wir dennoch den Eindruck, dass sich diese verstärkte Impftätigkeit in den Heimen bereits positiv auf das Infektionsgeschehen in den Einrichtungen auswirkt. Ich appelliere daher noch einmal eindringlich an alle Bewohnerinnen und Bewohner und vor allem an die Pflegekräfte in den Alten- und Pflegeheimen, das Impfangebot anzunehmen. Das Infektionsgeschehen und vor allem schwere Erkrankungsverläufe bis hin zu Todesfälle müssen zwingend gestoppt werden! Es kursieren einige Gerüchte über Impfschäden durch die Corona-Impfstoffe. Schenken Sie dem keinen Glauben, die Vorteile der Impfung überwiegen nach der Studienlage bei weitem mögliche Nebenwirkungen“, so Hierl.

Sorgen bereitet weiterhin die schnelle weltweite Ausbreitung von neuen Virusvarianten. Es kommen stetig neue Länder hinzu, in denen diese Viren verbreitet auftreten. Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts sind diese Gebiete ausgewiesen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html
In der Rosenheimer Region ist bisher lediglich ein bestätigter Fall einer neuen Virusvariante (Südafrika-Variante) aufgetreten, über den bereits berichtet wurde. Mit Blick auf die Verbreitung der neuen Virusvarianten sollte von Reisen ins Ausland grundsätzlich Abstand genommen werden und trotz rückläufigen Neuinfektionen sollten Kontakte weiterhin so weit wie möglich vermieden werden.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 28.01.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 245 neue Fälle (am 28.01.: 267) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 12.899 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 10.142, Stadt: 2.757). Mittlerweile wurde bei mindestens 10.203 Personen eine Genesung dokumentiert. 454 Personen (am 28.01.: 444) sind bis zu diesem Zeitpunkt an und mit der Erkrankung gestorben (Landkreis: 403, Stadt: 51). Von den Verstorbenen waren 12 (am 28.01.: 12) Personen unter 60 Jahren. 312 (am 28.01.: 307) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 6 Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Hiervon waren 4 Personen über oder gleich 80 Jahren und 2 Personen zwischen 60 und 80 Jahren. 3 dieser Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.
135 (am 28.01.: 156) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 16 Patienten (am 28.01.: 21) auf einer Intensivstation.
Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 05.02.2021 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 64,52 (am 28.01.: 107,00), für den Landkreis Rosenheim bei 78,06 (am 28.01.: 76,15).

Grafik: 7-Tages-Inzidenz Stadt und Landkreis Rosenheim

Grafik: COVID-19 Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim

Grafik: Altersstruktur der Fälle seit November

Grafik: Alterstruktur der Todesfälle

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

Grafik: Fallzahlen in den Gemeinden

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html