Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 20.08.2020 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Empfehlungen:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass zunehmend Erkrankungsfälle an COVID-19 bei Bürgerinnen und Bürgern in Stadt und Landkreis Rosenheim auftreten, die aus dem Ausland zurückgekehrt sind. Insbesondere bei der Stadt Rosenheim wird dies deutlich: Vom 1. bis zum 19. August wurden für die Stadt Rosenheim 34 neue Erkrankungsfälle registriert, davon waren 28 Personen (= 82 Prozent) Reiserückkehrer. Allein in den letzten sieben Tagen wurden 19 Reiserückkehrer positiv getestet. Dies führt dazu, dass der Wert der 7-Tage-Inzidenz, d.h. der Zahl an Neuerkrankungen in den letzten sieben Tagen bezogen auf 100.000 Einwohner, für die Stadt Rosenheim auf 33,2 angestiegen ist. Der Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl, erläutert: “Alle positiv getesteten Reiserückkehrer wurden durch das Gesundheitsamt umgehend über das Testergebnis informiert, sobald uns der Befund vorlag. Bei den Erkrankten und ihren engen Kontaktpersonen wurde umgehend eine häusliche Quarantäne angeordnet. Derzeit sind alle erforderlichen Maßnahmen veranlasst. Das Gesundheitsamt beobachtet und analysiert die Lage sehr genau.“

Coronavirus Exposition der bestätigten COVID 19 Fälle Stadt und Landkreis 21.08.20 - COVID-19-WochenberichtCoronavirus Exposition der bestätigten COVID 19 Fälle Rosenheim 21.08.20 - COVID-19-Wochenbericht

Bei den Reiseländern der Erkrankten handelte es sich insbesondere um das Kosovo, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Rumänien und Serbien.

Coronavirus Positiv getestete Reiserückkehrer 21.08.20 - COVID-19-Wochenbericht

„Ich sehe klare Indizien für eine Trendumkehr bei den Neuerkrankungen. Der Anstieg der Fallzahlen und insbesondere die hohe Zahl an infizierten Reiserückkehrern bereiten uns erhebliche Sorgen. Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause als auch im Urlaub weiterhin verantwortungsvoll an die AHA-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, einzuhalten zum Schutz unserer Gesundheit. Der Anstieg der Fallzahlen sollte für uns eine Warnung sein; wir dürfen das Erreichte keinesfalls verspielen!“, sagt Hierl. „Bei Überschreiten des Signalwertes von 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern in der Stadt Rosenheim wird das Gesundheitsamt gemeinsam mit den zuständigen Stellen der Stadt sehr genau zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen beraten, um dem weiteren Anstieg der Fallzahlen rechtzeitig entgegenzusteuern“, erläutert Hierl.

Allgemein wurde von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder ein Schwellenwert von 50 bei der 7-Tage-Inzidenz eingeführt, bei dem die Landkreise und kreisfreien Städte sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept umsetzen müssen. Die Bayerische Staatsregierung hat darüber hinaus einen Signalwert von 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen festgelegt, damit von den Kreisverwaltungsbehörden rechtzeitig die Zunahme der Fallzahlen analysiert und Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden können.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 13.08.2020 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 42 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Das bedeutet eine erneute Zunahme der wöchentlichen Fallzahl gegenüber der Vorwoche. Bisher sind insgesamt 2951 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 2372, Stadt: 579). Mittlerweile wurde bei mindestens 2670 Personen eine Genesung dokumentiert. 222 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 199, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren 7 Personen unter 60 Jahren. 145 Verstorbene waren über 80 Jahre alt. Zwei COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 21.08.2020 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 33,16, für den Landkreis Rosenheim bei 8,05.

Coronavirus 7 Tages Inzidenz Stadt Rosenheim 21.08.20 1000 - COVID-19-WochenberichtCoronavirus 7 Tages Inzidenz Stadt und Landkreis 21.08.20 1000 - COVID-19-Wochenbericht

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.
* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

Coronavirus Fallzahlen Gemeinden Stand 21.08.20 750 - COVID-19-Wochenbericht

Kontaktpersonen:

Vorübergebend wurde die Aufgabe der Nachverfolgung von Kontaktpersonen von COVID-19-Erkrankten durch die Landkreisgemeinden bzw. die Stadt Rosenheim übernommen. Aufgrund der gesunkenen Fallzahlen hat das Gesundheitsamt zum 01.07.2020 die Kontaktpersonennachverfolgung wieder selbst übernommen. „Ohne die zuverlässige Zuarbeit der Gemeinden hätte die Kontaktpersonennachverfolgung nicht so schnell wieder zeitnah und vollständig erfolgen können.“, so Hierl. Durch Beschluss des Bayerischen Ministerrats wurden den Gesundheitsämtern neue Stellen für die Kontaktpersonennachverfolgung bewilligt. Seit Anfang August hat ein Großteil der neuen Mitarbeiter am Gesundheitsamt Rosenheim ihre Tätigkeit begonnen. Bei der Kontaktpersonennachverfolgung wird umfassend ermittelt, ob ein enger Kontakt mit erhöhtem Infektionsrisiko bestanden hat. Diese engen Kontaktpersonen der Erkrankungsfälle werden zeitnah kontaktiert und über die einzuhaltenden Hygienemaßnahmen und die Verpflichtung zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne belehrt. Treten bei den Kontaktpersonen Atemwegssymptome auf, so sind sie verpflichtet, diese umgehend gegenüber dem Gesundheitsamt mitzuteilen. In diesem Fall wird eine Testung durchgeführt.

Durch Allgemeinverfügungen des bayerischen Gesundheitsministeriums sowie der Stadt und des Landkreises Rosenheim ist automatisch für alle bestätigten Erkrankungsfälle und deren enge Kontaktpersonen eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Eine mündliche oder schriftliche Anordnung durch die Kreisverwaltungsbehörde ist nicht mehr notwendig.

Reiserückkehrer:

Viele beliebte Urlaubsziele der Deutschen stehen in der Liste der Corona-Virus-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts. Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim fordert die Reisenden auf, diese Liste zu beachten. In einem Merkblatt weist die Gesundheitsbehörde zudem auf die Regelungen der Bayerischen Einreisequarantäneverordnung hin. Sie regelt unter anderem, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten für 14 Tage in häusliche Quarantäne müssen. Dieser Zeitraum lässt sich verkürzen, zum Beispiel wenn sich Urlauber in den letzten 48 Stunden vor der Rückkehr noch im Urlaubsland oder unmittelbar nach der Einreise am Grenzübergang, am Flughafen oder beim Hausarzt testen lassen. Die häusliche Quarantäne ist dann nur bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses notwendig.

Seit dem 8. August ist bundesweit die Regelung in Kraft getreten, dass Personen, die aus Risikogebieten in die Bundesrepublik Deutschland einreisen, bis zu 14 Tage nach Einreise auf Anforderung des zuständigen Gesundheitsamtes ein ärztliches Zeugnis über eine Testung auf das Coronavirus vorlegen müssen. Personen, die kein solches Zeugnis vorlegen können, sind verpflichtet, eine ärztliche Untersuchung zu dulden.

Die Rosenheimer Gesundheitsbehörde fordert alle Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis Rosenheim auf, sich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet umgehend per E-Mail unter gesundheitsamt@lra-rosenheim.de zu melden. Um mögliche Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können, ist dem Gesundheitsamt die telefonische Erreichbarkeit besonders wichtig. Zu den Risikogebieten gehören derzeit etliche europäische Staaten wie zum Beispiel Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo oder Serbien, einige Gebiete in Bulgarien, Kroatien, Spanien und Rumänien sowie Antwerpen in Belgien. Darüber hinaus listet das Robert Koch-Institut auch zahlreiche beliebte Reiseländer auf wie Ägypten, Türkei oder USA auf. Das Merkblatt zu den Regelungen der Bayerischen Einreisequarantäneverordnung ist auf der Startseite von www.landkreis-rosenheim.de im Aushang „COVID-19“ zu finden.

Seit dem 30.07. wird Einreisenden auch an der Autobahn A93 die Möglichkeit einer Testung angeboten. Am 19.08.2020 ist die Teststation an den Rastplatz Heuberg umgezogen. Die Tests werden sehr rege in Anspruch genommen. Leider ist es in der Vergangenheit aus technischen Gründen teilweise zu deutlichen Verzögerungen bei der Befundübermittlung gekommen. Bisher wurden alle positiv Getesteten, die dem Rosenheimer Gesundheitsamt durch das untersuchende Labor gemeldet wurden, unverzüglich informiert und in häuslicher Quarantäne abgesondert. Dem jeweils zuständigen örtlichen Gesundheitsamt wurde der Fall zur weiteren Bearbeitung weitergeleitet. Auch alle negativen Befunde wurden umgehend entweder per Serienbrief oder – wenn die Adresse nicht angegeben war – telefonisch übermittelt. Seit dem 13.08.2020 hat das untersuchende Labor die Ergebnismitteilung übernommen. Nach Rückmeldungen von Reisenden funktionieren die Prozesse am Testzentrum einwandfrei und Testergebnisse können von den Getesteten zeitnah abgerufen werden.

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html