Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 12.11.2020 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass seit dem 26.10.2020 in der Stadt und seit dem 29.10. auch im Landkreis Rosenheim die Schwelle von 200 in der 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen) und kurzzeitig auch die Schwelle von 300 überschritten wurde. Seit dem 21.10. war es dabei in Stadt und Landkreis zu einem ungebremsten, exponentiellen Anstieg der Fallzahlen gekommen. Seit dem 09.bzw. 10.11. ist nunmehr im Landkreis und der Stadt ein Trend mit rückläufigen Fallzahlen und 7-Tages-Inzidenzen zu verzeichnen. Somit ist derzeit von einer deutlichen Abschwächung des Infektionsgeschehens auszugehen. Die Beschränkungsmaßnahmen der Staatsregierung dürften zudem in ca. ein bis zwei Wochen ihre volle Wirkung entfalten.

Infektionsübertragungen ereignen sich überwiegend im privaten Umfeld. Infektionen und Folgefälle ereignen sich auch in Schulen. Zunehmende Bedeutung erlangen Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen sowie Asylbewerberunterkünften. Es kommt aber auch vereinzelt zu Superspreading-Ereignissen zum Beispiel durch private Feiern.
Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen. Trotz des Anstiegs der Fallzahlen versucht das Gesundheitsamt Rosenheim, die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion zu informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anzuordnen. Es wird jedoch immer schwieriger, daran anschließend die engen Kontaktpersonen zeitnah zu kontaktieren und ebenfalls eine häusliche Quarantäne anzuordnen. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde in der Vergangenheit deutlich aufgestockt und wird auch durch Soldaten der Bundeswehr unterstützt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.
„Trotz des jetzt aktuell eingetretenen Rückgangs der Fallzahlen ist der exponentielle Anstieg der letzten Wochen besorgniserregend und dramatisch. Insbesondere die Ausbrüche in den medizinischen Einrichtungen wie Kliniken und Heimen bereiten uns Sorgen“, mahnt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim. „Es steht zu befürchten, dass durch die Ausbruchsgeschehen zunehmend betagte Personen sowie Patienten mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem erkranken mit der Folge schwerer Krankheitsverläufe und von Todesfällen. Erste Hinweise darauf sind die gestiegenen Behandlungszahlen auf den Normalstationen aber gerade auch auf den Intensivstationen in den Kliniken der Region. Das Gesundheitsamt stemmt sich weiterhin mit aller Macht gegen diese zweite Welle und versucht, durch deutliche Aufstockung des Personals ein Wiederaufflammen der unkontrollierten Ausbreitung in der Region zu verhindern. Wir hoffen, dass durch die von der Bayerischen Staatsregierung beschlossenen neuen Beschränkungsmaßnahmen das Infektionsgeschehen deutlich abgebremst werden kann. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden. Das gelingt aber nur, wenn sich alle Bürgerinnen und Bürger streng an die Hygieneregeln halten!
Grundsätzlich lassen sich auch jetzt noch Infektionsübertragungen im privaten Umfeld durch einfache Mittel verhindern: Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause als auch im Urlaub verantwortungsvoll an die AHA+L-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, einzuhalten zum Schutz unserer Gesundheit. Auch der gemeinsame Aufenthalt in geschlossenen Räumen über 30 Minuten kann im Einzelfall bei Aerosolbildung zu Übertragungen führen. Hier ist auf regelmäßiges und ausreichendes Lüften zu achten“, so Hierl.

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 05.11.2020 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 861 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 6367 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 4981, Stadt: 1386). 233 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 210, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren 7 Personen unter 60 Jahren. 151 Verstorbene waren über 80 Jahre alt. 50 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich acht Patienten auf einer Intensivstation.
Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 13.11.2020 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 259,63, für den Landkreis Rosenheim bei 266,33.

Grafik: 7-Tages-Inzidenz Stadt und Landkreis Rosenheim

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

Grafik: Fallzahlen Gemeinden
Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html