Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 08.10.2020 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Empfehlungen:

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass seit dem 08.10.2020 im Stadtgebiet Rosenheim die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner mit 66,3 deutlich über dem Schwellenwert von 50 liegt. Die Infektionen konzentrieren sich auf die Altersgruppe der 15- bis 59-jährigen. Zudem hat es im Stadtgebiet ein sog. „Superspreader“-Ereignis gegeben, bei dem bisher 14 Menschen durch einen Infizierten angesteckt wurden. Auf die steigenden Infektionszahlen reagierte die Stadt Rosenheim in Abstimmung mit dem Staatl. Gesundheitsamt Rosenheim mit verschärften Maßnahmen, die mittels Allgemeinverfügung die Allgemeinbevölkerung betreffen. Ab dem 10.10.2020 werden Maßnahmen nach §25 der 7.BayIfSMV per Allgemeinverfügung angeordnet. Dies wurde erforderlich, da die Infektionsketten in vielen Fällen nicht mehr nachvollziehbar waren.
Entsprechend des Rahmenhygieneplans des Bay. Kultusministeriums vom 02.10.2020 wird darüber hinaus ab dem 12.10.2020 im Stadtgebiet für die weiterführenden Schulen ab der Jahrgangsstufe 5 die Stufe 2 des Rahmenhygieneplans eingeleitet. Die Schülerinnen und Schüler werden zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung auch während des Unterrichts verpflichtet, wenn dort der Mindestabstand von 1,5 m nicht gewährleistet werden kann. Hiervon sind die Schulen im Landkreis Rosenheim und die Grundschulen im Stadtgebiet nicht betroffen.
Der plötzliche bundesweite Anstieg der Fallzahlen bereitet dem Gesundheitsamt erhebliche Sorgen. Ziel muss sein, eine Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden. Daher appelliert das Gesundheitsamt eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause als auch im Urlaub weiterhin verantwortungsvoll an die AHA-Regeln, das sind das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken, einzuhalten zum Schutz unserer Gesundheit.
Allgemein wurde von der Bundeskanzlerin und den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder ein Schwellenwert von 50 bei der 7-Tage-Inzidenz eingeführt, bei dem die Landkreise und kreisfreien Städte sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept umsetzen müssen. Die Bayerische Staatsregierung hat darüber hinaus einen Signalwert von 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen festgelegt, damit von den Kreisverwaltungsbehörden rechtzeitig die Zunahme der Fallzahlen analysiert und Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden können.

Grafik: 7-Tagesinzidenz Stadt und Landkreis Rosenheim

Fallzahlenentwicklung:

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 01.10.2020 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 115 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 3463 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 2695, Stadt: 768). Mittlerweile wurde bei mindestens 3019 Personen eine Genesung dokumentiert. 222 Personen sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 199, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren 7 Personen unter 60 Jahren. 145 Verstorbene waren über 80 Jahre alt. 8 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt.
Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 09.10.2020 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 66,3, für den Landkreis Rosenheim bei 27,97.

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

* Bei einer Fallzahl kleiner 5 erfolgt aus Datenschutzgründen keine Auswertung der Genesenen.

Grafik: Fallzahlen in den Gemeinden

Kontaktpersonen:

Vorübergebend wurde die Aufgabe der Nachverfolgung von Kontaktpersonen von COVID-19-Erkrankten durch die Landkreisgemeinden bzw. die Stadt Rosenheim übernommen. Aufgrund der gesunkenen Fallzahlen hat das Gesundheitsamt zum 01.07.2020 die Kontaktpersonennachverfolgung wieder selbst übernommen. „Ohne die zuverlässige Zuarbeit der Gemeinden hätte die Kontaktpersonennachverfolgung nicht so schnell wieder zeitnah und vollständig erfolgen können.“, so Hierl. Durch Beschluss des Bayerischen Ministerrats wurden den Gesundheitsämtern neue Stellen für die Kontaktpersonennachverfolgung bewilligt. Seit Anfang August hat ein Großteil der neuen Mitarbeiter am Gesundheitsamt Rosenheim ihre Tätigkeit begonnen. Bei der Kontaktpersonennachverfolgung wird umfassend ermittelt, ob ein enger Kontakt mit erhöhtem Infektionsrisiko bestanden hat. Diese engen Kontaktpersonen der Erkrankungsfälle werden zeitnah kontaktiert und über die einzuhaltenden Hygienemaßnahmen und die Verpflichtung zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne belehrt und auf SARS-CoV-2 untersucht. Treten bei den Kontaktpersonen Atemwegssymptome auf, so sind sie verpflichtet, diese umgehend gegenüber dem Gesundheitsamt mitzuteilen.

Durch Allgemeinverfügungen des bayerischen Gesundheitsministeriums ist automatisch für alle bestätigten Erkrankungsfälle und deren enge Kontaktpersonen eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Eine mündliche oder schriftliche Anordnung durch die Kreisverwaltungsbehörde ist nicht mehr notwendig.

Reiserückkehrer:

Viele beliebte Urlaubsziele der Deutschen stehen in der Liste der Corona-Virus-Risikogebiete des Robert Koch-Instituts. Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim fordert die Reisenden auf, diese Liste zu beachten. In einem Merkblatt weist die Gesundheitsbehörde zudem auf die Regelungen der Bayerischen Einreisequarantäneverordnung hin. Sie regelt unter anderem, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten für 14 Tage in häusliche Quarantäne müssen. Dieser Zeitraum lässt sich verkürzen, zum Beispiel, wenn sich Urlauber in den letzten 48 Stunden vor der Rückkehr noch im Urlaubsland, am Flughafen oder beim Hausarzt testen lassen. Erst nach Vorlegen dieses negativen Tests kann die Quarantäne durch das Gesundheitsamt Rosenheim aufgehoben werden.

Seit dem 8. August ist bundesweit die Regelung in Kraft getreten, dass Personen, die aus Risikogebieten in die Bundesrepublik Deutschland einreisen, bis zu 14 Tage nach Einreise auf Anforderung des zuständigen Gesundheitsamtes ein ärztliches Zeugnis über eine Testung auf das Coronavirus vorlegen müssen. Personen, die kein solches Zeugnis vorlegen können, sind verpflichtet, eine ärztliche Untersuchung zu dulden.

Die Rosenheimer Gesundheitsbehörde fordert alle Bürgerinnen und Bürger in Stadt und Landkreis Rosenheim auf, sich nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet umgehend per E-Mail unter
ga.einreise@lra-rosenheim.de zu melden. Um mögliche Infektionsketten so schnell wie möglich unterbrechen zu können, ist dem Gesundheitsamt die telefonische Erreichbarkeit besonders wichtig. Zu den Risikogebieten gehören nun neben den meisten nicht-europäischen Staaten auch immer mehr europäische Staaten. U.a. ist auch das benachbarte österreichische Bundesland Tirol hinzugekommen. Hinweise zu der Einreisequarantäneverordnung, den zu meldenden Daten und auch deren Ausnahmen sind der Homepage des Landkreises Rosenheim zu entnehmen. (s. im Aushang „COVID-19 Fragen und Antworten“ unter www.landkreis-rosenheim.de)

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html