Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 25.03.2021 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Aktuelle Lage:
Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass seit Mitte Februar ein anhaltender Anstieg des Infektionsgeschehens in der Region besteht, wobei im Vergleich zur Vorwoche eine leichte Erholung auf hohem Niveau eingetreten ist.
In der Stadt Rosenheim wurde der niedrigste Wert der 7-Tage Inzidenz am 18. Februar mit 36,2 erreicht und ein Maximum mit 218,7 am 16. März. Am 19. März wurde die 200-er Marke wieder unterschritten und liegt aktuell bei 119,6. Im Landkreis Rosenheim stieg dieser Wert von 42,5 am 13. Februar auf 108,7 am 20. März und liegt aktuell bei 99,9.
Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen 12 und 86 neue Fälle gemeldet, dies entspricht den Zahlen der Vorwoche.

Besorgniserregende Varianten:
Die besorgniserregenden Varianten des Coronavirus bilden auch in der Region die Mehrzahl der Fälle: Bislang wurden dem Gesundheitsamt 925 Fälle einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. Seit dem letzten Wochenbericht wurden 187 (Vorwoche: 256) Fälle der britischen Variante von zuvor positiv in der PCR getesteten Personen gemeldet. Bislang ist in der Rosenheimer Region weiterhin lediglich ein bestätigter Fall der Südafrika-Variante aufgetreten, über den bereits berichtet wurde. Die brasilianische Mutation wurde nicht nachgewiesen.
Für Verdachtsfälle sowie bestätigte Fälle einer besorgniserregenden Variante gelten strengere Infektionsschutzmaßnahmen: Neben einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne, die nicht verkürzt werden kann, ist für die Beendigung der Quarantäne zusätzlich ein negatives Testergebnis erforderlich. Diese Maßnahmen gelten auch für die engen Kontaktpersonen der Kategorie I.
Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts sind die Gebiete mit einem erhöhten Auftreten der Virusvarianten ausgewiesen:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

Infektionsschutzmaßnahmen:
Trotz hoher Fallzahlen kann das Gesundheitsamt weiterhin die positiv Gemeldeten tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.
„In der zurückliegenden Woche hat sich das Infektionsgeschehen in der Region etwas abgeschwächt. So wurde der Wert von 200 der 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Rosenheim wieder deutlich unterschritten, liegt aber immer noch mit 119,6 in einem sehr hohen Bereich, so dass keine Entwarnung gegeben werden kann. Auch der Landkreis Rosenheim hat sich derzeit bei der kritischen Marke von 100 eingependelt.
Der Anteil der besorgniserregenden Varianten an allen positiven PCR-Ergebnissen lag in der letzten Woche bei etwa 55 Prozent. Die britische Variante hat damit das ursprüngliche Virus abgelöst, was eine rapide steigende Anzahl von Neuinfektionen zur Folge hat. Die besorgniserregenden Varianten können den Verlauf der Pandemie verschlimmern, zu einer schnelleren Verbreitung der Infektionen, zu schwereren Verläufen, zu erhöhter Sterblichkeit und zu einer Überlastung der Intensivstationen führen. Unklar ist momentan die Datenlage, ob von einzelnen Varianten auch eine schlechtere Schutzwirkung der Impfung resultieren kann. Nach wie vor befindet sich die Region Rosenheim inmitten der 3. Welle. Die Infektionen breiten sich ungehindert aus. Weitere Lockerungen, z.B. im Rahmen einer Teilnahme an dem Modellprojekt der Staatsregierung, müssen durch strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie eine intensive Teststrategie abgesichert werden. Wir dürfen nicht riskieren, dass durch Unachtsamkeit und Unvernunft die Infektionszahlen weiter durch die Decke gehen und so schweren Erkrankungen den Weg bereiten. Auch wenn der überwiegende Teil der 1. Prioritätsgruppe der Coronavirus-Impfverordnung – insbesondere die Bewohner von Heimen – bereits geimpft sind, so gibt es weiterhin eine sehr große Zahl vulnerabler Personen aufgrund Alters oder schwerer chronischer Grunderkrankungen. Allein in der Altersgruppe zwischen 70 und 80 Jahren leben in Stadt und Landkreis etwa 31.000 Menschen. Die dominierende britische Variante bewirkt nicht nur eine schnellere Infektionsübertragung sondern sie ist von der Schwere der Erkrankungen auch gefährlicher. In einer aktuellen Studie hat sich nun bestätigt, dass das Sterblichkeitsrisiko bei Patienten, die mit B.1.1.7 infiziert sind, im Mittel um 64 Prozent höher ist.

Bedeutsam hierbei ist die Tatsache, dass die Hälfte aller Neuinfektionen im privaten Umfeld Familie und Freundeskreis stattfinden. Jeder Einzelne ist gefordert, vernünftig, diszipliniert und vor allem liebevoll mit sich und seinen Mitmenschen umzugehen. Das ist für mich gelebte Solidarität. Nur gemeinsam können wir Bürgerinnen und Bürger aus Stadt und Landkreis Rosenheim die aktuelle Krise bewältigen.
Ich appelliere an die Verantwortung und die Vernunft jeder Bürgerin und jedes Bürgers, die bekannten AHA-L-Regeln einzuhalten, sich impfen zu lassen und auf Reisen derzeit zu verzichten. Wir haben die Waffen, den unsichtbaren Feind zu bekämpfen und zu besiegen, aber nur ein konsequentes, rücksichtsvolles und mitmenschliches Agieren wird uns alle aus dieser dunklen Zeit herausführen.“
Das Gesundheitsamt beobachtet auch einen Anstieg der Infektionen am Arbeitsplatz. Als besondere Schwachstellen können hier Großraumbüros, unzuverlässiges Maskentragen, Verstöße gegen das Abstandsgebot, z.B. in Pausen- oder Umkleideräumen, und unzureichendes Lüften ausgemacht werden. Wenn solche Ansteckungsmöglichkeiten geboten werden, kann sich die britische Variante leicht ausbreiten mit der Folge, dass z.T. ganze Betriebsbereiche aufgrund notwendiger Quarantäneanordnungen stillgelegt werden müssen. Die Unternehmen sollten wo immer möglich großzügig Gebrauch von Homeoffice-Regelungen machen“, bewertet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, die Lage.

Infektionsquellen:
Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld, das ca. 50 Prozent der bekannten Infektionsursachen ausmacht. Etwa 11 Prozent fallen auf den Arbeitsplatz. Vereinzelt (ca. 3 Prozent) kommt es zu Infektionserkrankungen in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen“, so Hierl. Es ereignen sich auch wieder einzelne Fälle und Ausbrüche in Schulen und Kitas (ca. 4 Prozent) und Asylbewerberunterkünften.

Impfungen:
Insgesamt sind ca. 43.800 Impfungen seit Impfstart vor allem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese erfolgt. 26.719 davon waren Erstimpfungen, 16.879 Zweitimpfungen. Insgesamt 8.704 dieser Impfungen wurden in stationären Einrichtungen sowie betreuten Wohnformen in Stadt und Landkreis Rosenheim verabreicht.

Es wird darauf hingewiesen, dass für die Impfung gegen COVID-19 eine Registrierung unter https://impfzentren.bayern zu erfolgen hat. Es darf sich bereits jeder impfwillige Bürger registrieren, unabhängig von der Priorisierung nach der Coronavirus-Impfverordnung und der jeweiligen Mobilität. Besteht ausnahmsweise keine Möglichkeit zur Internetnutzung, ist auch eine telefonische Registrierung bei der Impfhotline unter der Rufnummer 08031/ 365 8899 möglich. Die bayerische Software errechnet automatisch nach bestimmten Algorithmen die Priorisierung gemäß der jeweils geltenden Coronavirus-Impfverordnung anhand der erfolgten Angaben des Bürgers. Das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt können hierauf keinen Einfluss nehmen. Bitte sehen Sie daher von Anfragen zur Höherpriorisierung oder vorgezogenen Impfungen an das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt ab. Neben dem jeweiligen Alter werden von der Software auch berufliche und medizinische sowie Einrichtungsindikationen entsprechend berücksichtigt. Der Zeitpunkt der Registrierung bzw. die Wartezeit hat keinen Einfluss auf die Priorisierung. Seit dem 12.03.2021 können bereits registrierte Personen einsehen, welcher Priorität diese von der Software zugeordnet worden sind. Hierfür muss man sich mit dem bei der Registrierung vergebenen Passwort im Account unter https://impfzentren.bayern einloggen. Anschließend können auch die eingegebenen Daten überprüft und ggf. aktualisiert werden.

Die Impfberechtigung muss am Impftag zwingend im Impfzentrum ausreichend belegt werden (z. B. mittels eines gültigen Ausweisdokuments oder einer Arbeitgeberbescheinigung). Ein Formblatt für eine Arbeitgeberbescheinigung und eine Bestätigung für enge Kontaktpersonen von schwangeren und nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person kann auf der Homepage des Landkreises Rosenheim heruntergeladen werden. Eine Vorab-Übersendung von ärztlichen Attesten ist weder notwendig noch gewünscht. Die jeweils vorhandenen Erkrankungen sind in der Registrierungssoftware von jedem Bürger entsprechend auszuwählen und das ärztliche Attest muss anschließend am Tag der Erstimpfung im Impfzentrum vorgelegt werden.

Um Warteschlagen vor dem Impfzentrum zu vermeiden, werden die Bürgerinnen und Bürger mit Termin gebeten, pünktlich zu erscheinen.

Seit dem 01.03.2021 können Personen mit seltenen Erkrankungen, die in der jetzigen Impfverordnung wegen ihres relativ seltenen Vorkommens und damit verbundener ungesicherter Evidenz noch nicht berücksichtigt wurden, Anträge bei der neu eingerichteten Bayerischen Impfkommission (www.impfkommission.bayern) einreichen. Diese prüft, ob der Antragsteller mit hoher oder erhöhter Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen COVID-19 hat. Eine Einordnung in die höchste Priorisierungsgruppe ist jedoch nicht möglich.

Fallzahlenentwicklung:
Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 18.03.2021 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 337 neue Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 14.772 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 11.561, Stadt: 3.211). Mittlerweile wurde bei mindestens 13.037 Personen eine Genesung dokumentiert. 481 Personen (am 18.03.: 478) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 428, Stadt: 53). Von den Verstorbenen waren 16 (am 18.03.: 16) Personen unter 60 Jahren. 331 (am 18.03.: 328) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurden 3 Personen gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben sind. Alle 3 Personen waren über oder gleich 80 Jahre, keine Person ist in einem Heim betreut worden.
Bislang wurden dem Gesundheitsamt 925 Fälle (Landkreis 697, Stadt 228) (am 18.03.: 738) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die südafrikanische Variante (B1.351), über den bereits berichtet wurde, in allen anderen Fällen um die britische (B.1.1.7). Hiervon wurden dem Gesundheitsamt seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 18.03. 24 Uhr 187 Fälle gemeldet. Alle Fälle sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19-Fällen enthalten.
107 (am 18.03.: 100) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 13 Patienten (am 18.03.: 16) auf einer Intensivstation.
Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 26.03.2021 (0:00 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 119,59 (am 18.03.: 207,71), für den Landkreis Rosenheim bei 99,87 (am 18.03.: 106,76).

Übersicht über Infektionsumfeld für den Zeitraum 19.03.-25.03.2021 bei neu gemeldeten Fällen (Stand 25.03. 24 Uhr):

Grafik: Infektionsumfeld

Grafik: 7-Tages-Inzidenz Stadt und Landkreis Rosenheim

Grafik: COVID-19-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim

Grafik: Altersstruktur der Fälle seit Pandemiebeginn

Grafik: Altersstruktur der Fälle seit März 2021

Grafik: Altersstruktur der Todesfälle

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde:
Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen. Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen.

Grafik: Fallzahlen in den Gemeinden

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts:

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronavirus/karte_coronavirus/index.htm
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html