Ende Januar 2020 wurde erstmals eine Pressemitteilung zum neuartigen Corona-Virus von der Pressestelle des Landkreises Rosenheim herausgegeben. Es entwickelte sich zum Hauptthema in der täglichen Berichterstattung und die Nachfragen von Journalisten aus dem gesamten Bundesgebiet lassen bis heute nicht nach.

Zu Ihrer Information und aufgrund der steigenden Fallzahlen haben wir uns entschlossen, einen kleinen Teil dieser Nachfragen zu veröffentlichen. Um die Aktualität zu wahren, beschränken wir uns auf den Zeitraum ab Mitte August 2020.

Antworten zu vielen weiteren wichtigen Fragen finden Sie im Übrigen auf der Seite des Bayerischen Gesundheitsministeriums:

https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/haeufig-gestellte-fragen/

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren, für Sport und Integration:

https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php

Fragen zu Testungen:

(27.08.20)
Stimmt das Gerücht, dass angeblich die nicht zuordenbaren Fälle von den Tests an der Grenze (rund 900) auf die Kreise und Kommunen verteilt werden?

Das können wir für Stadt und Landkreis Rosenheim ausschließen! In die Statistik des Rosenheimer Gesundheitsamtes fließen nur positiv getestete Personen ein, die nachweislich hier gemeldet sind. Das ist in den Meldepflichten des Infektionsschutzgesetzes eindeutig so geregelt. Die Labormeldungen sind mit Namen und Adresse versehen und somit eindeutig zuordenbar. Warum die Zahlen in der Stadt derzeit so hoch sind, darüber lässt sich nur spekulieren. Fakt ist, dass das der größte Teil der Neuinfektionen Reiserückkehrer sind. Viele der Menschen in Stadt und Landkreis Rosenheim lassen sich testen, um Gewissheit zu haben und um damit die Menschen in ihrer näheren Umgebung vor einer möglichen Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen. Diese Verantwortung nehmen die Bürgerinnen und Bürger in der Region sehr ernst.

(18.08.20)
Eklatante Terminengpässe sind uns für Stadt und Landkreis Rosenheim nicht bekannt. Der Ärztliche Kreisverband Rosenheim führt eine Liste mit 38 Infektpraxen in Stadt und Landkreis, die bei Personen mit Symptomen von Atemwegserkrankungen, Testungen anbieten. Sollte die Hausarztpraxis also keine Testungen anbieten, kann dies in einer Infektpraxis erfolgen.

Auch auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns besteht die Möglichkeit der Vermittlung einer testenden Arztpraxis (https://dienste.kvb.de/arztsuche/app/einfacheSuche.htm).

Fragen zum Beginn des neuen Betreuungsjahres in Kindertageseinrichtungen bzw. zum neuen Schuljahr:

(01.09.20)
Am Dienstag, 8. September geht die Schule wieder los. Wie wird der Unterricht aussehen? Werden die Klassen mit allen Kindern unterrichtet? Werden wieder alle Fächer unterrichtet? Wird es eine Mundschutzpflicht während des Unterrichts geben? Wie sieht die Pausenregelung aus?

Ab Jahrgangstufe 5 müssen die ersten 9 Tage nach Schulbeginn alle Schülerinnen und Schüler auch am Arbeitsplatz Masken tragen. Weitere Details beschließt heute die Bayerische Staatsregierung.

Wie sieht die Regelung für die Kinder aus, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Bahn) in die Schule fahren? Gibt es da Änderungen im Vergleich zum Ende des vergangenen Schuljahres.

Das Tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung ist Pflicht. Abstand von 1,50 Meter ist keine Pflicht.

Welche Maßnahmen greifen, wenn es einen Corona-Fall an der Schule gibt? Werden Klassen isoliert in Quarantäne geschickt? Muss die ganze Schule in so einem Fall schließen?

Bei einem Corona-Fall in einer Klasse, bleibt die gesamte Klasse für 14 Tage vom Unterricht ausgeschlossen und es wird eine Quarantäne durch das Gesundheitsamt angeordnet.

Inwieweit müssen sich Eltern auf Homeschooling einstellen? Gibt es diesbezüglich auch schon Neuerungen, wie das ablaufen kann? Vielleicht sogar eine einheitliche Lösung für ganz Bayern?

Distanzunterricht gibt ist aktuell nur dann, wenn es das Gesundheitsamt anordnet. Dieses bezieht neben der 7-Tages-Inzidenz alle anderen Aspekte mit ein.

Wie sehen die Regelungen für Nachmittagsbetreuung, offene Ganztagsschule oder gebundene Ganztagsklasse aus?

Für schulische Ganztagsangebote und Mittagsbetreuung gelten die Regelungen wie vormittags.

Welche Möglichkeiten gibt es für Eltern, die ihren Urlaub schon komplett ausgeschöpft haben, wenn ein Kind/eine Klasse/die Schule in Quarantäne muss?

Hier verweisen wir auf folgende Internetseite: https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Entschaedigung-Eltern/entschaedigung-eltern.html

(09.09.20)

Mit Allgemeinverfügungen vom 25.08. und 04.09. wurden von Stadt und Landratsamt Rosenheim geregelt, dass bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 1 der Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) erst durch Vorlage von zwei negativen molekularbiologischen Testergebnissen (PCR-Untersuchung) die Pflicht zur häuslichen Quarantäne durch das Gesundheitsamt Rosenheim aufgehoben werden kann. Der zweite Test muss zwischen dem 5. und 7. Tag nach der Einreise vorgenommen werden.

Warum hat sich das Gesundheitsamt für dieses Verfahren mit dem Zweittest entschieden? Warum nur nach einem positiven Erstergebnis? Was spricht gegen einen verpflichtenden Zweittest?

Nach § 2 Abs. 1 Satz 1 EQV reicht eine einmalige negative Testung, die höchstens 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland vorgenommen wurde, für eine Ausnahme von der häuslichen Quarantäne aus. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die maximale Inkubationszeit einer COVID-19-Infektion 14 Tage beträgt. Somit kann eine Person, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland einreist, erst nach dem Zeitpunkt der Testung erkranken. Um eine höhere Sicherheit vor einer Ansteckung in der Bevölkerung zu gewährleisten, haben sich Stadt und Landratsamt Rosenheim nach fachlicher Empfehlung des Gesundheitsamtes zur Anordnung des zweiten Tests entschieden.

Anscheinend liegt ein Missverständnis vor: beide Tests müssen selbstverständlich negativ sein. Sobald ein Testergebnis positiv ist, handelt es sich um einen Erkrankten bzw. asymptomatisch Infizierten und es werden weitergehende Infektionsschutzmaßnahmen angeordnet.

Ziehen Sie es in Erwägung, das gewohnte Testverfahren zu ändern?

s.o.
Zum jetzigen Zeitpunkt wird an dem mit Allgemeinverfügung geregelten Verfahren festgehalten.

Warum wird noch weiterhin das Wort Quarantäne benutzt anstatt das Wort Isolation? Dieses sei die richtige Bezeichnung, so der Leser.

In § 30 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) wird seit 23.05.2020 in der Überschrift der Begriff „Absonderung“ (vorher „Quarantäne“) verwendet, in der EQV der Begriff „Quarantäne“. Aus unserer Sicht können die Begriffe „Quarantäne“, „Absonderung“ und „Isolierung“ synonym verwendet werden.

Gibt es Studien/bekannte Zahlen zu der Fehlerwahrscheinlichkeit bei den Tests?

Laut Robert Koch-Institut (RKI) können sich die verwendeten Targets (Zielgene) zwischen verschiedenen Testsystemen sowie innerhalb eines Testsystems in ihrer analytischen Spezifität und Sensitivität unterscheiden. Da von den einzelnen Labors teilweise unterschiedliche PCR-Testsysteme eingesetzt werden, müssten Sie sich bitte mit dem jeweiligen Labor in Verbindung setzen. Das Gesundheitsamt Rosenheim lässt die von ihm durchgeführten Tests am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersuchen. Ggf. kann dort um weitere Auskunft gebeten werden (pressestelle@lgl.bayern.de).

Wieso kann ein Test falsch ausfallen?

Das Robert Koch-Institut schreibt hierzu: Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus. Falsch-negative Ergebnisse können z.B. aufgrund schlechter Qualität der Probennahme, unsachgemäßem Transport oder ungünstigem Zeitpunkt (bezogen auf den Krankheitsverlauf) der Probenentnahme nicht ausgeschlossen werden
(https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Vorl_Testung_nCoV.html).

Wie unterscheidet sich das Testverfahren von anderen Städten? (verpflichtender Zweittest) Und warum haben Sie sich für dieses Verfahren entschieden?

Zwischenzeitlich haben sich verschiedene Kreisverwaltungsbehörden, die ebenfalls den Schwellen- bzw. Signalwert der 7-Tages-Inzidenz überschritten haben, dazu entschieden, dem Beispiel von Rosenheim zu folgen und ebenfalls analoge Regelungen zu treffen. Für detailliertere Auskünfte bitten wir Sie, die Regierung von Oberbayern bzw. das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zu befragen.

Fragen zum Start des neuen Kita- und Schuljahres

(31.08.20)
• Inwiefern nützt eine Maske im Schulunterricht?
• Inwiefern würde ein Luftreinigungsgerät in allen Klassenzimmern helfen?
• Durchsichtige Plexiglasscheiben – welche Wirkung hätten diese?
• Inwiefern wären Aufklärungsarbeiten für immunstärkende Maßnahmen für Kinder möglich?

Schülerinnen und Schüler verbringen viele Stunden am Tag zusammen mit den Lehrkräften in geschlossenen Räumen. Trotz regelmäßiger Lüftung kann es in Innenräumen zu Übertragungen durch erregerhaltige Tröpfchen und Aerosole kommen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung kann neben den weiteren Hygiene- und Abstandsregeln einen Beitrag dazu leisten, die Entstehung solcher Übertragungen zu vermindern. Allerdings ist auch zu beachten, dass wenn die Basishygiene mit regelmäßigem Händewaschen und Maskenwechsel nicht eingehalten wird und gleichzeitig wiederholt an der Maske gezupft wird, eine Aufnahme von Viren über die Hände erfolgen kann.

Kinder ab 12 Jahren sollten unter denselben Umständen Masken tragen wie Erwachsene – besonders, wenn sie den Mindestabstand von einem Meter nicht einhalten können und die Infektionsrate in der Region hoch ist, heißt es in den neuen Richtlinien der WHO, die die Organisation in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk UNICEF erstellt hat https://www.dw.com/de/who-kinder-ab-12-sollten-masken-tragen/a-54657891

Von Plexiglasscheiben zwischen den Schülern geht nur unzureichender Schutz aus, da sie nicht die Ausbreitung erregerhaltiger Tröpfchen und Aerosole sicher unterbinden können. Zu den angesprochenen Luftreinigungsgeräten liegen uns keine wissenschaftlichen Erkenntnisse vor.

Wir gehen davon aus, dass die Bayerische Staatsregierung unter Einbeziehung der Experten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und nach Auswertung der Erfahrungen aus den anderen Bundesländern eine fachlich fundierte und für die Kinder akzeptable Lösung finden wird.

Bei einem Erkrankungs- oder Verdachtsfall in einer Klasse wird durch das Gesundheitsamt in jedem Fall eine häusliche Quarantäne der gesamten Klasse angeordnet und Testungen durchgeführt.

(27.08.20)
Ab September dürfen auch wieder Kinder mit leichtem Schnupfen in die Kitas. Ich hätte nun einige Fragen an das Gesundheitsamt:

Worauf müssen Eltern achten, wenn sie ihr Kind nun in die Kita bringen? (allgemeine Hygienehinweise)

Der Rahmenhygieneplan des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sieht für Kindertageseinrichtungen und für die Kindertagespflege folgendes vor:

• Eltern müssen beim Betreten der Einrichtung eine Mund-Nasen-Bedenkung tragen,
• Die Eingewöhnung von neuen Kindern erfolgt ebenfalls mit dem Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von Eltern
• Bring– und Abholsituationen sollten so organisiert sein, dass Kontakte von Eltern untereinander reduziert werden (gestaffelte Zeiten, Übergabe im Außenbereich)
• Eltern und Kinder sollten sich möglichst häufig Hände waschen (kann auch von der Kita angeordnet werden)

In Rosenheim gelten stärkere Corona-Beschränkungen. Inwiefern hat das Auswirkungen auf den Alltag in den Kitas, wie viele Kinder sind erlaubt?

Dies betrifft nur die Stadt, nicht den Landkreis. Zudem der Hinweis: Die aktuellen Beschränkungen betreffen nicht die Kitas, sondern den öffentlichen Raum. Weitergehende Beschränkungen für Kitas sind derzeit nicht erforderlich.

Welche Regeln müssen Erzieher einhalten – vor allem, wenn das Kind einen Schnupfen hat?

Erziehern wird empfohlen, beim täglichen morgendlichen Empfangen der Kinder kurz bei den Eltern nachzufragen, ob Kind und Eltern gesund sind oder ein Kontakt zu SARS–CoV-2 infizierten Personen bestand.

Auch ohne Corona ist es zur Genesung der Kinder immer wichtig, dass diese zu Hause betreut werden.

Kranke Kinder in reduziertem Allgemeinzustand mit Fieber, starkem Husten, Hals- und Ohrenschmerzen, Bauchschmerzen, etc. haben keinen Zugang zur Kindertageseinrichtung.

Der Besuch der Kita unter Schnupfen ist aktuell möglich. Das regionale Infektionsgeschehen wirkt sich auf KITAs nach einem Stufenplan aus. Je höher die regionalen Infektionszahlen, umso sensibler wird auf Anzeichen von Schnupfen reagiert.

Wenn sich im Tagesverlauf der Gesundheitszustand eines Kindes verschlechtert (also mehr als nur Schnupfen), sollten die Eltern informiert und das Kind abgeholt werden. Pädagogische Mitarbeitende sind aufgefordert bis zur Abholung den Mindestabstand zum Kind einzuhalten.

Ist in einer Region das Infektionsgeschehen hoch, kann auch die Betreuung in KITAS eingeschränkt werden.

Mein Kind zeigt Krankheitsanzeichen – was nun?

Je nach Schwere der Erkrankung, kann es in die Kita kommen oder nicht. (Leichter Schnupfen und gelegentliches Husten – Ja!) Bei schwereren Symptomen oder auch einem hohen regionalen Infektionsgeschehen kann ein Ausschluss des Kindes erfolgen.
Nach Stufenplan kann in Stufe 3 bei Krankheitssymptomen ein negativer PCR-Test auf SARS-CoV-2 erforderlich werden, bevor ein Kind die Kita besuchen darf.

Was passiert, wenn die Infektionszahlen steigen? Welche Maßnahmen sind dann in den Kitas geplant?

Kindertageseinrichtungen haben einen Leitfaden erhalten, um Maßnahmen zu planen. Bei einer Steigung der Infektionszahlen ist das Gesundheitsamt der erste Ansprechpartner. Im gemeinsamen Einvernehmen zwischen Gesundheitsamt, Jugendamt und Kommune werden passende regionale Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung bestimmt.
Maßnahmen in Kitas können, wie bereits im Frühjahr, sein:
• Bildung fester Gruppen,
• Einrichtung eines Schichtbetriebes, um die Betreuung für möglichst viele Kinder in kleiner Gruppen sicherzustellen
• Verkürzung der Öffnungszeiten
• Häufige Reinigung der Räume
• Aktivitäten möglich nach draußen verlegen
• Singen soll verstärkt draußen stattfinden.

Fragen zur Corona-Warnapp

(03.09.20)
Welche Erfahrung hat das Gesundheitsamt Rosenheim mit der App gemacht?
Hat sich die Arbeit Ihrer Mitarbeiter durch die App erleichtert?
Was bringt die App in der Praxis?
Aktuell gibt es in Rosenheim viele Neu-Infizierte. Hat die App geholfen, die Infektionswege zu ermitteln?
Wenn nein, warum nicht?
Wie bewerten Sie die App für ihre Arbeit?

Bislang hat sich am Gesundheitsamt Rosenheim lediglich eine Person mit einem „gering erhöhtem Risiko“ lt. Corona Warn-App gemeldet. Sie wurde am Gesundheitsamt zwei Mal negativ getestet. Somit besitzt die App derzeit für das Gesundheitsamt Rosenheim keine Bedeutung bei der Nachverfolgung der Infektionswege und Anordnung von Schutzmaßnahmen bei Erkrankten und Kontaktpersonen.

Zu den Gründen, warum bislang nicht mehr Bürger Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen haben, liegen uns keine Erkenntnisse vor.

Fragen zu den Fallzahlen

(01.09.20)
Wir haben seit einiger Zeit wieder verhältnismäßig hohe Fallzahlen. Aber – und das überrascht dann schon – kaum Menschen in stationärer Behandlung. Und viel weniger Todesopfer als in März und April. Schwächt die warme Witterung die Verläufe ab?
Oder ist es so, dass sich derzeit eher jüngere anstecken (Stichwort Ferien-Fälle)?
Oder hat man mittlerweile die Lage vor allem in Pflegeheimen besser im Griff?

In der Tat ist es so, dass sich seit geraumer Zeit in Stadt und Landkreis Rosenheim nur noch wenige Menschen in stationärer Behandlung wegen einer COVID-19-Infektion befinden.

Das Gesundheitsamt Rosenheim sieht folgende Gründe hierfür maßgeblich: Seit Juni sind kaum noch Fälle bei den über 80-Jährigen aufgetreten. Auch die Erkrankungszahlen bei den 60 – 79-Jährigen sind zurückgegangen. Wir gehen davon aus, dass die Maßnahmen zum Schutz der Risikogruppen greifen. Der Eintrag von Infektionen in Pflegeeinrichtungen ist wesentlich geringer und die Schutzmaßnahmen dort sehr gut etabliert. In der Vergangenheit fanden viele Schulungen zum Gebrauch der Persönlichen Schutzausrüstung und zur Isolierung von Erkrankten statt. Ferner wird das Angebot zur Reihentestung beim Personal nach der bayerischen Teststrategie von den Einrichtungen verstärkt in Anspruch genommen. Das Gesundheitsamt steht mit den Einrichtungen in engem Kontakt.

Ein weiterer Grund für die vergleichsweise geringe Zahl stationärer Fälle sind der hohe Anteil positiver Reiserückkehrer, der vor allem jüngere Altersgruppen betrifft. Bei jüngeren Menschen treten in der Regel weniger schwere Verlaufsformen auf.

Grafik: Altersstruktur der Fälle von März bis Mai 2020Grafik: Altersstruktur der Fälle seit Juni 2020

Fragen zum Gesundheitsamt

(26.08.20)
Ein Punkt, der gerade immer wieder aufploppt, ist die Überlastung der Gesundheitsämter. Uns berichtete ein Gesundheitsamtsleiter aus Magdeburg, wie ihm die Personalprobleme zu schaffen machen. Im Salzkreis in Sachsen-Anhalt gibt es eine Amtsärztin, die ganz allein arbeitet. Kennen sie solche Probleme? Wo brennt es besonders, v.a. in der aktuellen Situation, wo die Neuinfektionen den Grenzwert überschritten haben?

Deutschland hat in der Pandemie sehr erfolgreich die Eindämmungsstrategie verfolgt. Maßnahmen der Gesundheitsämter haben zum Ziel, einzelne Infektionen zu einem frühen Zeitpunkt zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch zu verhindern. Die Gesundheitsämter treffen geeignete Maßnahmen, um Infektionsketten so schnell wie möglich zu unterbrechen durch:
• Umgehende Absonderung Erkrankter oder Krankheitsverdächtiger,
• Ermittlung der Kontaktpersonen mit erhöhtem Infektionsrisiko und
• Anordnung einer häuslichen Quarantäne für 14 Tage (die maximale Dauer der Inkubationszeit), Testung und Durchführung der Kontaktpersonennachverfolgung.

Diese Eindämmungsstrategie bedeutet einen hohen und intensiven Personaleinsatz. Gerade zu Beginn der Pandemie bestand auch am Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim großer Personalmangel. Trotz des hohen Einsatzes im Infektionsschutz kam es ab 18. März zu einem rasanten Anstieg der Fallzahlen, der in Folge exponentiell anwuchs. Innerhalb von nur einer Woche stiegen die Zahlen von Neuerkrankungen von täglich 10 Fällen (17. März) auf 153 (25. März). Dieser Wert stellte auch den Peak der Neuerkrankungen dar. Das Personal des Gesundheitsamtes war zu diesem Zeitpunkt auf den immensen Arbeitsanfall nicht ausgelegt. Erst ab Mitte April standen dem Gesundheitsamt durch Abordnungen der Regierung von Oberbayern von Mitarbeitern aus anderen Behörden eine größere Anzahl von Unterstützungskräften (Beamtenanwärter, Ärzte, Medizinstudenten, Lehrkräfte) zur Durchführung der Kontaktpersonennachverfolgung zur Verfügung.

Zwischenzeitlich hat sich die Situation deutlich zum besseren gewandelt: Bayern hat als einziges Bundesland einen staatlichen öffentlichen Gesundheitsdienst. Das heißt, die Personalverantwortung liegt letztendlich beim Freistaat Bayern. Die Bayerische Staatsregierung hat die Wichtigkeit einer ausreichenden personellen Ausstattung der staatlichen Gesundheitsämter für die Bekämpfung der Pandemie erkannt und gehandelt. Dem Gesundheitsamt Rosenheim wurden 20 neue Stellen für die Kontaktpersonennachverfolgung sowie 15 Stellen zur Aufstockung des Stammpersonals zugewiesen. Ein Großteil der Stellen konnte bereits besetzt werden. Die Stellen sind zunächst bis 31.12. 2021 befristet. Gerade um die erforderlichen Ermittlungen und Anordnungen bei der zunehmenden Zahl positiv getesteter Reiserückkehrer erledigen zu können, sind diese neuen Stellen unverzichtbar.