Das Gesundheitsamt des Landkreises Rosenheim beteiligte sich an der dritten Bayrischen Demenzwoche und schulte angehende Heilerziehungspflegekräfte in Griesstätt.

Die Bayerische Demenzwoche findet von 16. bis 25. September zum dritten Mal statt. Landesweit informieren Organisationen, Verbände und Institutionen zum Thema Demenz und bieten eine Plattform, um über das Krankheitsbild sowie die Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige aufzuklären.

Die Anzahl der Menschen, die an Demenz erkrankt sind, nimmt weiter zu. In Bayern leben nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege etwa 240.000 Menschen mit Demenz. In der Altersgruppe der über 90-Jährigen weist heute mehr als jeder Dritte Symptome auf. Für Betroffene und für deren Angehörige ist die Krankheit eine große Herausforderung und stellt im Alltag oft eine starke Belastung dar. Das Thema Demenz ist ein wichtiges Querschnittsthema für die Bevölkerung. Erkrankte Menschen sind ein Teil von Familien und gehören auch schon für Kinder, Jugendliche und jungen Erwachsene zu ihrer realen Lebenswelt. Dort besteht häufig eine große Betroffenheit.

Ziel der Aktionswoche und der verschiedenen Projekte ist es unter anderem, die Lebensbedingungen von Menschen mit Demenz sowie deren Teilhabemöglichkeiten zu verbessern.

Auch das Gesundheitsamt Rosenheim beteiligt sich an der Bayerischen Demenzwoche und führte zusammen mit Kooperationspartnern eine Weiterbildung an der Fachschule für Heilerziehungspflege in Griesstätt durch. Am Montag, 19. September, nahmen an dem Schulprojekt Schülerinnen und Schüler des ersten Ausbildungsjahres zur Heilerziehungspflegehelferin und zum Heilerziehungspflegehelfer teil. Denn die Behandlung, Betreuung und der Umgang von und mit Menschen mit einer Demenzerkrankung erfordert einschlägiges Wissen.

Sie bekamen am Projekttag grundlegende Informationen zu den Themen „Demenz“ und „Demenz bei Menschen mit Lernschwierigkeiten“ vermittelt. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Selbsterfahrung. In unterschiedlichen Workshops wie „Alterssimulationsanzug“, „Simulationsbrillen zum Simulieren von Augenerkrankungen“, „Hands- on-Dementia“ oder „Kaffee kochen“ standen die praktischen Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund. So erlebten sie selbst die typischen Einschränkungen älterer Menschen wie Kraftverlust, Gelenkversteifung, Sehbeeinträchtigungen sowie die kognitiven Einschränkungen.

Das Feedback war durchweg positiv. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten Impulse für Ihre weitere Arbeit. In den Workshops entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen und erarbeiteten gemeinsam kreative Lösungen für den Umgang mit den Betroffenen und deren Umfeld. Sie erlangten mehr Verständnis für die Erkrankten und ihre Situation. Der Tag trug zur Erweiterung der Handlungskompetenzen der Schülerinnen und Schüler bei.

Der Projekttag wird in Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Südostbayern e.V., Selbsthilfe Demenz, der Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e.V. Selbsthilfe Demenz und der Fachstelle für pflegende Angehörige der Caritaszentren Stadt und Landkreis Rosenheim angeboten.

Bayerische Demenzwoche: Gesundheitsamt schult künftige Heilerziehungs-Pflegekräfte

Von links: Arabella Pospischil (Gesundheitsamt), Michaela Lichtinger (Gesundheitsamt), Alexander Bongé (Fachstelle für pflegende Angehörige, Caritaszentrum Bad Aibling), Sonja Womser (Alzheimer Gesellschaft Landesverband Bayern e.V. Selbsthilfe Demenz), Brigitte Stief (Alzheimer Gesellschaft Südostbayern e.V. Selbsthilfe Demenz), Rosa Schnitzenbaumer (Fachstelle für pflegende Angehörige, Caritaszentren Stadt und Landkreis Rosenheim), Martina Hummel (Gesundheitsamt). Foto: Landratsamt Rosenheim