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Wallfahrtskirche von Weihenlinden

91Nein

Wallfahrtskirche von Weihenlinden

Für geschichtlich Interessierte….

Vermutlich hat sich bei den geweihten Linden Nahe Högling Markt Bruckmühl schon in vorchristlicher Zeit ein Baum- und Quellenheiligtum befunden, das auch als Opfer- und Gerichtsstätte gedient haben soll. Heute ist die Kirche von Weihenlinden vor allem eine Wallfahrtsstätte und Ausflugsziel. Der Legende nach soll hier im 17. Jahrhundert ein Platz mit zwei Linden und einer steinernen Martersäule gewesen sein, auf der die Höglinger eine Muttergottesfigur aufstellten. Diese Figur überstand unbeschadet einen Sturz auf das Pflaster. Seither genießt das Gnadenbild in der Gnadenkapelle in Weihenlinden große Verehrung. Ob wegen der unbeschadet überstandenen Pestjahre (1632 -1634) oder wegen der Schwedeneinfälle ist unklar, in jedem Fall gelobten die Höglinger als Dank unter den "Weichlinden" eine Kapelle zu bauen. Bei den Fundamentgrabungen erschienen laut Überlieferung den Arbeitern drei Gestalten, die göttlichen Segen ankündigten. Beim weiteren Bau der Kapelle stießen die Arbeiter auf einen Ring und eine sprudelnde Quelle, die als "neue" Gnadenstätte bis heute zahlreiche Besucher anlockt. Das der Kirche damals angeschlossene Kloster fiel 1803 der Säkularisierung zum Opfer. Das Gotteshaus verfiel. 1962 ist der Orden der Serviten eingezogen, die sich besonders der Verehrung der Muttergottes widmen.
 
Gebäude
Das Gebäude gilt als kunsthistorische Einmaligkeit. Eine scheinbar fünfschiffige, pseudoromanische Wallfahrtskirche mit flankierenden Treppentürmen wird von zwei achteckigen barocken Zwiebeltürmen gekrönt. Der auffällige Kirchenbau wurde von Probst Valentin Steyrer von Weyern 1652 zu Ehren der Heiligsten Dreifaltigkeit und Unser Lieben Frau Hilf nach eigenen Plänen erbaut, wobei er seine Wallfahrtskirche um die Gnadenkapelle mit dem wundertätigen Madonnenbild errichten ließ. Die dreischiffige Emporenbasilika sieht wie "dreistöckig" aus. Neben den äußeren Wandelgängen mit Zugang zur Brunnenkapelle befinden sich innen, neben dem hochgestreckten Mittelschiff, zwei niedrigere Seitengänge. Der Kirchenbau mit der dreigeschossigen Sakristei wirkt labyrinthartig und ist voluminös dekoriert. Der kreisförmige Grundriss der Gnadenkapelle knüpft an den Ringfund an.
 
Innenausstattung
In einem Freskenzyklus in den niederen Umgängen an der Längsseite des Gotteshauses sind die Heilungen und Wundertaten an zahlreichen Wallfahren zu sehen. Zum Teil wurden dieses Rokokovotivfresken liebevoll restauriert. Besonders erhaben ist die funkelnde Stukkatur der Gnadenkapelle, der von barocken Engeln getragene dunkelrotem Baldachin über dem Hochaltar, die Evangelistenfiguren der frühbarocken Kanzel. Der Mythos rund um die Kirche wird durch drei Männergestalten im Obergeschoss des Altars, die die göttliche Trinität symbolisieren, und der als heilkräftig geltenden Brunnenkapelle an der Nordseite aufrechterhalten. Durch einen versteckten Eingang im Altar des rechten Seitenschiffes gelangt man in ein düster eindrucksvolles "Heiliges Grab".
 
Kultur und Erholung
Nach der Besichtigung der Basilika bietet sich der Besuch des Wallfahrtsmuseum an. In der näheren Umgebung befinden sich zudem Schloss Maxlrain, das Kloster Beyharting und die Basilika von Tuntenhausen. Zur Erholung lädt der schattige Biergarten des Landgasthofes Weihenlinden ein.
 
Lage
Schon von Weitem sichtbar liegt linksseitig der Staatsstraße 2078 von Bruckmühl kommend Richtung Bad Aibling in Högling die Wallfahrtskirche von Weihenlinden mit den markanten Doppeltürmen.
 
Lust auf mehr…? Literatur und Links
Herrliches Rosenheimer Land, Edition Förg, 2002
Oberbayerische Dorfskizzenblätter, Gertruda Gruber, Drei Linden Verlag, 1985
http://epub.ub.uni-muenchen.de/1201/1/Mueller_Weihenlinden_text.pdf
http://www.maxlrain.de/freizeit_tour1.htm

 

 

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