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Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

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Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Für geschichtlich Interessierte... Mit der urkundlichen Erwähnung des Pfarrers Eberwinus, plebanus de pr(i)enne, bei mehreren Schenkungen an das Kloster Herrenchiemsee um 1180 ist das Bestehen der ursprünglich romanischen Kirche und ihre Eigenschaft als Pfarrkirche bezeugt. Sie soll als Eigenkirche der Grafen von Falkenstein in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts entstanden sein. Die Falkensteiner waren die Vögte der am See gelegenen Güter des Klosters. Probst Florian Rappl von Herrenchiemsee gab im frühen 18. Jahrhundert den Neubau einer modernen Barockkirche an der Stelle der vom Verfall bedrohten, alten gotischen Kirche in Auftrag. Ab Anfang des 16. Jahrhunderts bis zur Säkularisation 1806 wurde die Pfarrkirche durch Chorherrn des Stifts Herrenchiemsee besetzt. Heute ist Mariä Himmelfahrt eine reguläre katholische Weltpfarrei.

Gebäude:
Die heute sichtbare spätbarocke Kirche wurde 1735/38 von Johann Steinpeiß, Stiftsmaurermeister von Attel, erbaut. Der erste Kirchenbau aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts stand etwas weiter westlich, nahe dem Südportal der heutigen Kirche. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde die Pfarrkirche als gotischer Kirchenbau neu errichtet. Von der romanischen Kirche blieb damals nur der Chor, als eine seit 1468 der Allerseelenbruderschaft dienende Kapelle (1631 abgerissen) bestehen. Weitere bauliche Veränderungen wurden im 16. Jahrhundert vorgenommen, wie die Einrichtung einer steinernen Westempore und die Vergrößerung des Langhauses. Teile der alten Umfassungsmauern aus Tuffstein sind noch im heutigen barocken Kirchenbau mit dem kreuzförmigen Kirchenschiff zu sehen. Im Kontrast zur gotischen Geradlinigkeit des Tunnels betonen die beiden Zwiebeltürmchen über den Anbauten die Verspieltheit des Barocks. Der offene Umgang der Allerseelenkapelle wurde 1923 als Kriegergedächtnisstätte angebaut. Die Kirche war ursprünglich von einem Friedhof umgeben.
 
Innenraum:
Die innere Ausgestaltung der Kirche wurde Johann Baptist Zimmermann übertragen. So stammt unter anderem neben den prachtvollen Stuckaturen auch das monumentale Deckengemälde „Die Schlacht von Lepanto“ mit fast 200 Quadratmetern, von dem Wessobrunner Meister. Die Bilder der beiden Seitenaltäre, zeigen die Hl. Katharina und Maria als Rosenkranzkönigin. Sie sind in der Romantik 1843 bzw. 1866 eingefügt worden. Der von marmornen Säulen gerahmte Hochaltar ist entsprechend dem Namen der Kirche der Himmelfahrt Marias gewidmet.
 
Kultur und Erholung:
Nach einem Besuch der Pfarrkirche empfiehlt sich eine Chiemseerundfahrt mit dem legendären Raddampfer. Zum Anlegesteg Stock gelangt man am schönsten mit dem „Chiemsee-Bockerl“, einer historischen Dampf-Trambahn. Auch ein Besuch des Schloss Herrenchiemsee, der Fraueninsel mit seinem Kloster Frauenwörth bietet sich an. Für volkskundlich Interessierte lohnt sich ein Besuch des Heimatmuseums und der „Galerie im Alten Rathaus“. Besonders empfehlenswert bei einem Besuch der zahlreichen Gaststätten ist der Genuss von Chiemseefischen.
 
Lage:
Schon kurz vor dem Ortseingang von Prien, auf der Straße von Bad Endorf her, ist von der Anhöhe aus die das Ortsbild von Prien beherrschende Kirchturmspitze zu sehen. Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt ist nördlich der Rathausstraße, nach Osten gerichtet im Zentrum der Marktgemeinde.
 
Lust auf mehr …? Literatur und Links:
„Das bayerische Inn-Oberland“, 26. Jahrgang, Hrsg. Verlag des historischen Vereins Rosenheim, 1955
„Herrliches Rosenheimer Land“, Edition Förg, 2002
DuMont Kunstführer „Der Chiemgau“ Dehio München und Oberbayern.
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