89E24EC01A06A9B5A248D2F7873FECF27AEB4B9B

Kloster Herrenchiemsee

85Nein

Kloster Herrenchiemsee

Für geschichtlich Interessierte… Funde belegen, dass bereits um 630 eine Klosteranlage auf der Herreninsel existierte – fast an derselben Stelle wie die bestehende Klosteranlage, das so genannte „Alte Schloss“. Welchem Orden die damaligen Mönche angehörten ist ungewiss. Bekannt ist aber, dass die Wurzeln der Benediktinerklöster Herrenchiemsee und Frauenwörth, auf Herzog Tassilo III. von Bayern (741 – 796) zurückgehen. Im 9. Jahrhundert soll diese Abtei eine bedeutende Bildungseinrichtung gewesen sein. Nach den Ungarnstürmen (um 1000) folgte der Untergang der Abtei. Im 10. Jahrhundert kamen die Besitzungen des Klosters im westlichen Chiemgau an den Erzbischof von Salzburg. 1130 gründete Erzbischof Konrad I. von Salzburg zunächst als bischöfliches Eigenkloster das Augustiner Chorherrenstift Herrenchiemsee. Bis zu Säkularisierung war Herrenchiemsee der kirchliche und geistige Mittelpunkt des gesamten westlichen Chiemgaus. Zur Auflösung des Klosters kam es 1803 im Zuge der Säkularisation. Das Kloster kam in staatlichen Besitz und wurde im selben Jahr an den Mannheimer Kaufmann Carl von Lüneschloß verkauft, der es seinerseits an einen Bierbrauer weitergab. König Ludwig II. von Bayern (1845 – 1886) kaufte 1873 die ganze Insel für 350.000 Gulden, um ab 1878 hier sein Neues Schloss Herrenchiemsee zu errichten. 1948 tagte im Augustiner Chorherrenstift der Verfassungskonvent.

Gebäude:
782 wurde die mittelalterliche Salvatorkirche eingeweiht. Der Neubau einer dreischiffigen, romanischen Basilika wurde 1158 vollendet. An gleicher Stelle wurde zwischen 1676 bis 1678 ein neuer Inseldom durch den Graubündner Baumeister Lorenzo Sciasca im prachtvollen Barock errichtet, der allerdings nicht öffentlich zugänglich ist. 1642 wurde mit dem Kosterneubau begonnen. Die vier Flügel des barocken Klosterbaus umschließen einen fast rechteckigen Hof mit Rosengarten. Der Konventstock entstand 1645 – 49 als Wohntrakt mit Sälen und wird heute als Museum genutzt. Der Bräustock wurde zwischen 1661 und 65 errichte. Ihm folgte der repräsentative Fürstenstock (1700 bis 1716) nach Plänen Antonio Rivas der neben Prunksälen und Wohnräumen für fürstliche Gäste auch die Klosterküche beherbergte. 1727 bis 1730 folgte der Prälaturstock als letzter Bauabschnitt. Zum Stiftsbereich gehören außerdem die ehemalige Pfarrkirche, die Seekapelle und die Wirtschaftsgebäude.
 
Zwischen 1815 und 1820 wurden die Türme und der Chor abgebrochen sowie im ehemaligen Langhaus der Domstiftskirche eine Brauerei eingerichtet.
 
Kultur und Erholung:
Während der Dom für Besucher unzugänglich ist, sollten Kunstinteressierte unbedingt das Museum im Konventblock besuchen. Dort ist seit 2005 auch die Galerie der Maler am Chiemsee untergebracht. Schön ist auch der Inselrundwanderweg (ca. 7 km) durch artenreichen Laubmischwald.
 
Lage:
Vom Anlegesteg aus gleich hinter dem Besucherzentrum mit Kassen.
 
Lust auf mehr …? Literatur und Links:
Christine und Klaus J. Schönmetzler, Kurt Schubert, Klaus G. Förg: „Herrliches Rosenheimer Land“, Edition Förg, 2002
„Das bayerische Inn-Oberland“, 26. Jahrgang, Hrsg. Verlag des historischen Vereins Rosenheim, 1955
Seite drucken...
Seite empfehlen