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Kloster Frauenwörth

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Kloster Frauenwörth

Für geschichtlich Interessierte…
Relikte aus keltischer Zeit bezeugen ebenso wie Münzfunde aus der Römerzeit eine jahrtausende alte Besiedelung der Fraueninsel. Von Herzog Tassilo III. wurde 772 die Benediktinerinnen-Abtei Frauenchiemsee gemeinsam mit der Benediktiner-Abtei Herrenchiemsee gestiftet. 860 wurde durch Ludwig dem Deutschen die Benediktinerinnen-Abtei durch einen Neubau ersetzt. Seine Tochter Irmengard wurde Äbtissin. 1000 Jahre später (1928) wurde sie von Papst Pius XI. selig gesprochen. Ihr werden Gebetserhörungen und Heilungen zugeschrieben. Während nach den Ungarnstürmen Anfang des 10. Jahrhunderts Kloster Herrenchiemsee unterging, entstand aus den Ruinen das Kloster Frauenwörth neu und überstand auch die Säkularisierung 1803. Mit fünf Nonnen, die bis dato im Kloster gelebt haben, wurde das Frauenkloster 1839 von König Ludwig I. von Bayern (1786 - 1868) wiedererrichtet.

 
 
 
Gebäude:
782 entstand zusammen mit Kloster und Kirche die noch immer sichtbare karolingische Torhalle aus Tuffstein. Über den Arkaden der Torhalle befindet sich die Michaelskapelle mit kulturhistorisch bedeutenden Engelfresken. Das Münster wurde als einschiffige romanische Hallenkirche gegründet. Fundament und Grundmauern stammen aus dem 8. Jahrhundert, der Hochbau wurde um 1000 erbaut. Im 10. Jh. wurde ein massiver Wehr- und Fluchtturm errichtet, der bis heute als Glockenturm besteht. Von den Treppen der 1472 angebauten gotischen Vorhalle ist das romanische Portal mit seinem verwitterten Sandsteintympanon mit der Darstellung eines Lebensbaums zu sehen.
 
Innenraum:
Der kunsthistorische Schatz des Münsters sind die in den sechziger Jahren am Dachboden freigelegten romanischen Fresken, die um 1130 entstanden sind.Originalgetreue Kopien sind im Kirchenvorraum zu sehen. Taufkapelle (um 1000), Taufstein (1475), das Hochgrab der Hl. Irmengard, zahlreiche Votivtafeln, Heiligenbilder und der bei Führungen zugängliche Äbtissinnengang sind weitere Highlights der Kirche.
Die ganzjährig ausgestellte Barockkrippe von Frauenwörth gilt als eine der ältesten Krippen im süddeutschen Raum. Die Figuren sind bis zu 80 cm hoch. Die prächtigen und wertvollen Stoffe und Gewänder, nebst meisterhaften Klosterarbeiten entstanden im Kloster selbst.
Die Kastenkrippe von Frauenwörth war während der Säkularisierung verkauft worden und kam als Spende erst im 20. Jahrhundert ins Kloster zurück (zu besichtigen nach Voranmeldung in der Weihnachtszeit).
 
Kultur und Erholung:
Frisch gefangene Renken oder geräucherte Chiemseeaale, Brachsen und Saiblinge, verspeist in einem der gemütlichen Gaststätten oder direkt vor den Fischerhütten, gehören ebenso zum Muss eines jeden Besuchs der Fraueninsel, wie eine gemütliche Wanderung um die Insel mit Blick in wunderschöne Bauerngärten. Kirchenführungen sind nach telefonischer Voranmeldung möglich. Das Kloster ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
 
Lage:
Auf der Fraueninsel gleich hinter dem Dampferanlegeplatz.
 
Lust auf mehr…? Literatur und Links:
Geschichte der Abtei Frauenwörth ab 782, Fink Verlag, Lindenberg, 2009
Christine und Klaus J. Schönmetzler, Kurt Schubert, Klaus G. Förg: Herrliches Rosenheimer Land, Edition Förg, 2002
Das bayerische Inn-Oberland, 26. Jahrgang, Hrsg. Verlag des historischen Vereins Rosenheim, 1955
http://frauenwoerth.de
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