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Palette der Möglichkeiten 

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Palette der Möglichkeiten 

Rund 40 Museen, Galerien, Kunstareale und Kulturdenkmäler stehen dem Besucher in Stadt und Landkreis Rosenheim offen – ein außergewöhnlich breites Spektrum, das überdies durch Dutzende privater Galerien und „Museen auf Zeit“ bereichert wird.

Für spektakuläre Großprojekte etablierte sich in Rosenheim das Ausstellungszentrum Lokschuppen im ehemaligen Lokschuppen, in dem kulturhistorische Dokumentationen mit naturkundlichen Ausstellungen und Kunstsammlungen wechseln. Werke von Salvador Dali waren hier ebenso zu sehen wie opulente Darstellungen der keltischen und bajuwarischen Epoche; Ausstellungen ägyptischer und fernöstlicher Kunst wechselten ab mit Themenprojekten wie „Salz“, „Der Inn“ oder „Adel in Bayern“.
Daneben breitet in Rosenheim das Städtische Museum ein umfassendes Panorama der Regionalgeschichte von der römischen „Terra Sigillata“-Produktion (antike Keramik) am Inn bis zur Alltagskultur des 19. Jahrhunderts aus. Das Rosenheimer Innmuseum dokumentiert vor allem die Geschichte der Inn-Schifffahrt und –flößerei sowie des Wasserbaus. Das Holztechnische Museum widmet sich mit wechselnden Sonderschauen dem Werkstoff Holz in seinen künstlerischen, kulturhistorischen und technischen Aspekten; und das historische Solepumpenhaus dokumentiert Rosenheims Tradition als Umschlagplatz des Salzes und einstigen Standort der Saline. Eine Fundgrube zur Stadtgeschichte ist das Stadtarchiv Rosenheim das über archivarisches Schriftgut im Umfang von rund 3.000 laufenden Metern sowie über eine umfangreiche wissenschaftliche Bibliothek mit rund 30.000 Sach- und Fachbüchern verfügt.
Nennenswert ist die Stadt Rosenheim aber auch wegen ihrer exzellenten Präsentationsmöglichkeiten klassischer und moderner Kunst. Die Städtische Galerie wechselt dabei zwischen ehrgeizigen Ausstellungen zur Weltkunst von Dürer und Rembrandt bis Schiele, Kokoschka und Hundertwasser sowie Präsentationen regionaler Kunstgeschichte und Gegenwart. Auch der überregional anerkannte Rosenheimer Kunstverein verwirklicht hier Ausstellungsprojekte und präsentiert seine vielbeachtete Jahresschau. Daneben betreibt der Kunstverein in der Kunst-Mühle sein eigenes Ausstellungszentrum, das sich besonders der internationalen Avantgarde widmet. Mit der „Kunstwiese Oberwöhr“ entstand schließlich aus privater Initiative ein originelles Forum moderner Skulpturen und Objekte mit jährlich wechselndem Bestand.
 
Trotz dieser Fülle ist die Museums- und Ausstellungsszene der Stadt Rosenheim nur ein kleiner Teil des regionalen Spektrums. So steht die Stadt Wasserburg am Inn mit einer Reihe von Museen, Galerien und Sammlungen dem Rosenheimer Angebot kaum nach. Bedeutend sind vor allem die umfangreichen Bestände des Städtischen Museums mit Abteilungen zur Geschichte der Innstadt vom Mittelalter bis zur Neuzeit, zur Sakralkunst, zur bürgerlichen und bäuerlichen Kultur, zur Musikinstrumentenkunde sowie mit regelmäßigen Sonderausstellungen. Die künstlerische Moderne wird seit über 30 Jahren durch den auch international bekannten Kunstverein der Stadt, dem „Arbeitskreis 68“, vertreten.
Von hohem Rang ist dabei die alljährliche „Große Wasserburger Kunstausstellung“ im historischen Rathaus mit ihren hochkarätigen Sonderschauen. Daneben betreibt der Arbeitskreis im vorbildlich sanierten und zur Galerie ausgebauten Ganserhaus ein Forum wechselnder Ausstellungen. Und mit dem Wasserburger Skulpturenpark entlang der Innschleife gelang dem Verein ein Freilicht-Museum, das Kunst und Natur in faszinierenden Dialog setzt.
Weiter findet sich in Wasserburg das Feuerwehrmuseum mit Objekten zur Geschichte der Brandbekämpfung vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart; dazu das Wegmacher-Museum mit über 1.500 Exponaten zur Geschichte des Straßenbaus sowie – in einem Freigelände – Großobjekten und historischen Straßenbaumaschinen. Eine einzigartige Stellung unter den Galerien nimmt das „Erste Imaginäre Museum“ ein, das mit über 500 Repliken bildender Kunst von Meisterwerken des Mittelalters bis zur Gegenwart glänzt.
 
Zum eindrucksvollen Museumszentrum entwickelte sich auch Amerang. So bietet das vorbildlich sanierte und wiederhergestellte Schloss mit seinem Arkadenhof und seinen reichen kulturhistorischen Sammlungen einen besonderen Anziehungspunkt. Bayernweite Berühmtheit erlangte auch das vom Bezirk Oberbayern eingerichtet Bauernhausmuseum, auf dessen Freigelände komplett wiederhergestellte historische Bauernhöfe aus ganz Altbayern zur Besichtigung freistehen; dazu finden regelmäßig Sonderausstellungen zur Geschichte des bäuerlichen Lebens im Voralpenland statt. Schließlich erwartet den Besucher in Amerang als besondere Attraktion das Automobilmuseum mit über 200 historischen Fahrzeugen von 1886 bis zur Gegenwart und der weltgrößten Spur-II-Modelleisenbahn.
 
Das Dorf Aschau im Priental wird überragt von einer der gewaltigsten oberbayerischen Burganlagen mit Kapelle, reicher Innenausstattung, dem verschwenderisch ausgestatteten barocken Preysing-Saal sowie dem gleichfalls im Schloss untergebrachten Prientalmuseum. Die internationale Kunst der Gegenwart wurde in der Vergangenheit erfolgreich in der Galerie im historischen Amtshaus zu Füßen der Burg gepflegt. Mittlerweile steht mit dem Kulturzentrum im Festhallengelände Hohenaschau eine ständige Gemeindegalerie zur Verfügung. Darüber hinaus wird einmal jährlich das nahe Schulhaus Sachrang zur Ausstellungsfläche für Kunst aus dem bayerisch-tirolischen Grenzland.
 
In Bad Aibling wird die Orts- und Regionalgeschichte des Mangfalltals in einem liebevoll betreuten Heimatmuseum dargestellt. Neben vor- und frühgeschichtlichen Funden, Handwerkgeräten, Sakralgegenständen sowie vollständig rekonstruierten historischen Wohn- und Arbeitsräumen ist das Haus berühmt für seine originale Wilhelm-Leibl-Stube mit zahlreichen Erinnerungsstücken an den Meister des malerischen Realismus. Der traditionsreiche Bad Aiblinger Kunstverein zeigt in seiner Galerie im Alten Feuerwehrgerätehaus regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst sowie Retrospektiven regionaler Malereigeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Dazu kommen ungewöhnlich ambitionierte Jahresausstellungen unter großflächiger Einbeziehung des öffentlichen Raumes.
 
In Prien findet sich ebenfalls ein reich ausgestattetes Heimatmuseum mit rekonstruierten Bauernstuben, Münzsammlung, Sakralkunst, Werken der Chiemseemalerei und zahlreichen weiteren Exponaten. Die Galerie im Alten Rathaus wechselt zwischen gewichtigen Ausstellungen zur Geschichte der bildenden Kunst im Chiemgau sowie renommierten Malern und Bildhauern der Gegenwart.
 
Auch die beiden Chiemseeinseln präsentieren sich dem Besucher als bedeutende Museumsorte. In der karolingischen Torhalle auf der Fraueninsel ist das Agilofinder- und Karolingermuseum untergebracht; dazu kommen im angrenzenden Vikarhaus Ausstellungsräume mit wechselnden Sammlungen traditioneller Chiemseemalerei. Auf der Herreninsel ist der zentrale Anziehungspunkt für Hunderttausende von Touristen das prunkvolle Königsschloss mit dem angegliederten König Ludwig II.-Museum. Seit 1998 ist auch das so genannte „Alte Schloss“, also das ehemalige Augustinerchorherren-Stift der Herreninsel, zum Museum ausgebaut. Seine Exponate erinnern an die demokratischen Traditionen Deutschlands und besonders an die Verfassungskonferenz des Jahres 1948 in einem der Räume des ehemaligen Klosters.
 
Mit der „Galerie Markt Bruckmühl“ eröffnete die Marktgemeinde Bruckmühl1994 ein vielbeachtetes Forum regionaler und internationaler Gegenwartskunst. Überdies ist das Haus in regelmäßigem Turnus Ausstellungsort der „Sammlung Dorrer“ mit Werken regionaler Kunst des 20. Jahrhunderts. Ein kleines Museum wurde in den drei Obergeschossen über der Sakristei der Wallfahrtskirche Weihenlinden eingerichtet. Besucher sehen dort Teile des Kirchenschatzes (liturgische Geräte und Gewänder), Votivbilder sowie Figuren und Gemälde aus dem Bestand der Wallfahrtskirche. Bedeutung erlangte in Bruckmühl auch das in privater Initiative gegründete Tierkundemuseum.
 
Im Inntal ist lebendig dargestellte Heimatkunde in mehreren Museen zu erleben: im Pfarrmuseum Flintsbach, im Achentaler Heimathaus Rohrdorf, einem historischen Bauernhaus, das als Ausstellungsstätte eingerichtet wurde, im Heimatmuseum am Burgtor in Oberaudorf sowie im Museum Blaahaus in Kiefersfelden, einem ehemaligen Arbeiterwohnhaus aus dem 17. Jahrhundert in dem an Handwerk und Industrialisierung, insbesondere die einst Kiefersfelden prägenden Erwerbszweige Marmorindustrie, Erzschmelz- und Hammerwerk, Kalk- und Zementherstellung, Köhlerei und das bayerisch-tirolische Sensenwerk Mühlbach erinnert wird. Mehr als 2.800 Fossilien und Mineralien laden im Urweltmuseum Neiderhell im Raublinger Ortsteil Großholzhausen zu einer Reise durch mehr als 500 Millionen Jahren Erdgeschichte ein.
Die Gemeinde Frasdorf hat mit ihrem „Höhlenmuseum“ zur Geologie des Karstgebietes Laubenstein eine besondere Attraktion zu bieten. Das 2006 eröffnete Dorfmuseum behandelt Stationen der Ortsgeschichte wie Autobahnbau, Frasdorfer Lokalbahn, Tonwerk Acherting, Schloss und Herrschaft Wildenwart, die Frasdorfer „Wassertrinkerin“ Maria Furtner oder den Wastl Fanderl.
 
Und in Kolbermoor fand eine in jahrzehntelanger Arbeit zusammengetragene Sammlung von Objekten zur Orts- und Wirtschaftsgeschichte der Region im Heimat- und Industriemuseum ein würdiges Forum.

 

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