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Basilika von Tuntenhausen

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Basilika von Tuntenhausen

Für geschichtlich Interessierte…
Bereits bei der ersten urkundlichen Nennung des Dorfes Tuntenhausen um das Jahr 1000 wird eine dem Kloster Tegernsee gehörende Kirche erwähnt. 1221 kommt Tuntenhausen zum Augustinerchorherrenstift Beyharting. Das Gandenbild Maria mit Kind wurde im 14. Jh. geschaffen. Seit 1441, dem Jahr des ersten überlieferten Mirakels, ist die Marienwallfahrt nach Tuntenhausen bezeugt. Mit Beginn der Säkularisation kam die Wallfahrt zum Erliegen. Die Kirche war schon zum Abbruch freigegeben, ihre Ziegel sollten dem Salinenbau in Rosenheim dienen. Dies konnte zum Glück verhindert werden. Unter Ludwig I. (1786 - 1868) lebte die Wallfahrt wieder auf. 1942 wurde die Wallfahrtskirche Tuntenhausen von Papst Pius XII. zur "Basilika minor" erhoben. Heute pilgern alljährlich an die 100 Wallfahrtszüge zum Gandenbild nach Tuntenhausen. Damit ist Tuntenhausen eine der größten Marienwallfahrten der Erzdiözese.

 
Gebäude
Als die romanische Ursprungskapelle im 15. Jahrhundert wegen der vielen Wallfahrer zu klein wurde, wurde sie durch eine weiträumige gotische Hallenkirche ersetzt. In den Jahren 1513 bis 1533 entstanden die hoch aufragenden Doppeltürme. Nachdem bei einem Brand 1548 die Kirchenhalle zerstört wurde, schuf der Münchner Baumeister Feit Schmidt einen imponierenden dreischiffigen Neubau, unter Beibehaltung des Chor Oktogons und des Doppelturmes mit der gotischen Turmkapelle. Im Auftrag von Herzog Maximilian wurde 1628 die jetzige Basilika im frühbarocken Stil errichtet und 1630 geweiht. Im 19. Jahrhundert erhielten die Türme statt den vorhandenen "welschen Turmhauben" (eine Art Zwiebelturm) gotische Spitztürme, welche im Jahre 2001 renoviert wurden.
 
Innenraum
Der Innenraum der Kirche ist mit erlesenem barockem Stuck ausgestattet. Der imposante Gnadenaltar unter dem Chor Oktogon erstrahlt nach einer vollständigen Reinigung und Nachvergoldung wieder in neuem Glanz. Mit den Chorbogenaltären, dem Orgelprospekt von 1749, der prächtigen Kanzel und den wertvollen Skulpturen hat sich die Wallfahrtsbasilika von Tuntenhausen ihren frühbarocken Charakter nahezu rein erhalten. Zahlreiche Mirakelbilder an der Außenwand rund um die Kirche und in der Kirche zeugen von vielen Rettungen und Hilfen, welche der Gnade der Mutter Gottes zugeschrieben wurden.
 
Kultur und Erholung
Die Basilika kann täglich von 8:00 Uhr bis etwa 20:00 Uhr kostenlos besichtigt werden. Wer Tuntenhausen besucht, sollte auf keinen Fall versäumen, die einzigartige Barockkrippe anzuschauen - eine kostbare Stiftung des Kurfürsten Ferdinand Maria - die seit 1991 dauerhaft im Pfarrheim aufgestellt ist.
 
Lage
Acht Kilometer nördlich von Bad Aibling im Zentrum von Tuntenhausen am Kirchplatz 2.
 
Lust auf mehr…? Literatur und Links
Christine und Klaus J. Schönmetzler, Kurt Schubert, Klaus G. Förg: Herrliches Rosenheimer Land, Edition Förg, 2002
Marianne Eckardt, Werner Katzlmeier: Chronik der Gemeinde Tuntenhausen. Gemeinde Tuntenhausen, Tuntenhausen 1998
Tuntenhausen: vom Herrenhof zum Wallfahrtsdorf. Geschichtliche Grundlagen seiner Dorfentwicklung. Konrad, Weißenhorn 1991
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