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Fledermäuse

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Fledermäuse

Fledermäuse hatten lange Zeit einen schlechten Ruf. Dabei sind alle einheimischen Arten völlig harmlos - sie fliegen weder in die Haare noch saugen sie Blut - und zählen zu den faszinierendsten Tieren: Fledermäuse können als einzige Säuger richtig fliegen, orientieren sich bei Dunkelheit durch Echoortung und senken während des Winterschlafs ihre Körpertemperatur auf wenige Grad über Null ab. 

Fledermäuse im Landkreis Rosenheim:

Im Landkreis Rosenheim wurden 20 von 24 in Bayern auftretenden Fledermausarten nachgewiesen.
Zu den Besonderheiten der Fledermausfauna im Landkreis Rosenheim gehören die Kolonien der Kleinen Hufeisennase auf Herrenchiemsee und bei Aschau, die Kolonien der Wimperfledermaus und die Nachweise der Alpenfledermaus am Chiemsee.

Fledermäuse Live erleben:

Auf der Herreninsel im Chiemsee informiert eine Fledermausausstellung im Königsschloss über das Leben der Fledermäuse. Bilder aus den Fledermauskolonien im Dachstuhl des Schlosses (Großes Mausohr, Kleine Hufeisennase) werden live in den Ausstellungsraum übertragen.

   
Kleine Hufeisennase - Jungtier                                             Kleiner Abendsegler          (Beide Fotos Dr. Andreas Zahn)

Aus dem Leben der Fledermäuse:

Fledermäuse finden Unterschlupf in Baumhöhlen, Vogel- und Fledermauskästen, Dachstühlen, Kirchtürmen, hinter Fensterläden, Windbrettern und Wandverkleidungen, ja sogar in Holzstößen. Während die Männchen vieler Arten einzeln leben, besiedeln die Weibchen im Frühsommer in Gruppen ("Wochenstuben") warme Quartiere. Hier bringen sie ihre Jungen (ein bis zwei pro Weibchen) zur Welt, die mehrere Wochen lang gesäugt werden.
Fledermäuse fressen Insekten und Spinnen, die aus der Luft ergriffen, vom Gebüsch abgelesen oder auf dem Erdboden erbeutet werden. Im Flug orientieren sie sich durch ein Ultraschall-Echoortungssystem. Sie stoßen hohe, für Menschen in der Regel unhörbare Rufe aus und können sich anhand des Echos ein Bild von ihrer Umgebung machen sowie Beutetiere erkennen. Zur Verständigung untereinander dienen auch tiefere Rufe, die für uns hörbar sind. Ab August, nach dem Flüggewerden der Jungen, beginnt die Paarungszeit der Fledermäuse. Viele Arten wechseln jetzt öfter die Quartiere. Die Männchen scharen in dieser Zeit oft mehrere Weibchen um sich.

Im Herbst suchen Fledermäuse frostsichere Winterquartiere wie Höhlen und Stollen auf. Es gibt jedoch auch kälteunempfindlichere Arten, die hinter Wandverkleidungen von Gebäuden, in Baumhöhlen oder Holzstößen überwintern. Während des Winterschlafes sind alle Lebensfunktionen der Fledermaus (Körpertemperatur, Stoffwechsel, Atmung) stark herabgesetzt. Sie lebt in dieser Zeit von den Fettreserven. Werden Fledermäuse im Winterquartier gestört, wachen sie auf, was mit besonders hohem Energieverbrauch verbunden ist. Schon wenige Störungen können deshalb für das Tier den Tod bedeuten. 
 

Geschwächte, verletzte Fledermaus gefunden – Was tun?

Bei Findlingen mit größeren Wunden oder Knochenbrüchen kann nur ein Fledermausspezialist bzw Tierarzt helfen. Bitte schnell einen Fachmann zu Rate ziehen.

  Foto Zoo Zürich

Erstversorgung:

Fassen Sie eine Fledermaus immer nur mit Handschuhen oder einem sonstigen Schutz gegen Bisse an! Die Wahrscheinlichkeit, sich durch einen Fledermausbiss mit Tollwut zu infizieren, ist zwar äußerst gering, aber viele Arten können kräftig und schmerzhaft beißen. 

Sie sollten das Tier möglichst schnell in eine Notfallkiste setzen, zum Beispiel in eine Schachtel (bitte Luftlöcher nicht vergessen!). Legen sie ein weiches Tuch mit hinein. Verschließen Sie die Schachtel sehr gut, z. B. mit Klebe- oder Gummiband. Ein Zentimeter genügt den kleinen Arten zum Entkommen! Fledermäuse trocknen schnell aus. Damit sie nicht dehydrieren bieten Sie bitte dem Tier Wasser mit einem Pinsel, einer Pipette oder mit einem Teelöffel an. Bitte seitlich an die Maulspalte halten. Es darf kein Wasser in die Nase kommen.  Im Winter sollte die Notfallkiste in einen etwa 5 bis 10°C kühlen Raum gestellt werden, im Sommer sollte die Fledermaus bei Zimmertemperatur untergebracht werden. Fledermäuse fressen Mehlwürmer oder kleine Insekten.

Wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt oder lassen sich im Landratsamt Rosenheim eine Kontaktperson für eine weitere fachgerechte Pflege nennen. 

Telefonvermittlung Landratsamt Rosenheim 08031/392-01

Sekretariat Naturschutz 08031/392-3333

Sachgebietsleitung Naturschutz Frau Walter 08031/392-3300

Verwaltungskraft Artenschutz Frau Stahl 08031/392-3304

Notfallnummer für das Wochenende oder außerhalb der Öffnungszeiten des Landratsamtes: Naturschutzwächter Herr Pohl 08051-968718 oder 0170-6885299

 

Infoseiten:

https://www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/saeugetiere/fledermaeuse/

http://www.naju-wiki.de/index.php/Hilfe_für_verletzte_Fledermäuse

https://www.tierfreund-lich.de/wildtiere/fledermäuse/

http://www.natuerlich-online.ch/magazin/artikel/die-fledermaus-amme/

 

https://www.lfu.bayern.de/buerger/doc/uw_104_fledermaus_quartiere_schuetzen.pdf

 

Fachstelle für Fledermausschutz:

Koordinationsstelle für den Fledermausschutz in Südbayern
Dr. Andreas Zahn
Hermann-Löns-Str. 4
84478 Waldkraiburg
Tel.: 08638/86117
 

 

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