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Bakterieller Feuerbrand

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Bakterieller Feuerbrand

Das Alpenvorland gehört auf Grund der Klimadaten zu den vom Feuerbrand am stärksten gefährdeten Gebieten Bayerns und darüber hinaus. Und tatsächlich: seit 1995 hat sich die Krankheit flächig festgesetzt.

Allgemein  beschränkt sich die Feuerbrandbekämpfung im Streuobstbau und im Hausgarten auf das Abschneiden der befallenen Pflanzen und Pflanzenteile. Der Erwerbsobstbau hat derzeit darüber hinaus die Möglichkeit der vorbeugenden Anwendung umstrittener chemischer Mittel. Das Ausrotten des Bakteriums dürfte unter den derzeitigen Bedingungen nicht möglich sein. Das Ziel ist trotz und mit dem Feuerbrand erfolgreichen Obstbau zu betreiben.

Im Landkreis Rosenheim wurden von den Gartenfachberatern folgende Strategien der Feuerbrandbekämpfung bekannt gegeben.

1. Hygienewarte

Das Wissen um den Feuerbrand (Symptome, Wirtspflanzen, Hygiene, Bekämpfungsmaßnahmen) muss den Gartenbesitzern zugänglich sein. Rund 70 "Hygienewarte" in den Gemeinden und Gartenbauvereinen des Landkreises Rosenheim stehen den Gartenbesitzern als geschulte und laufend informierte Fachleute kostenlos zur Verfügung. Im Zweifelsfall unterstützen die Gartenfachberater des Landkreises Rosenheim.

Die Adressen und Telefonnummern sind bei den Gemeinden, bei den Gartenbauvereinen oder bei uns im Sachgebiet zu erfahren.

2. Schwach anfällige Sorten  

Es hat sich gezeigt, dass die Anfälligkeit der Sorten zumindest bei Äpfeln sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. Boskop, Wiltshire, Grafensteiner, Oberdieckrenette, Rheinischer Bohn und einige der sogenannten Re-Sorten gehören zu den wenig anfälligen Sorten. Es ist zu hoffen, dass sich auch bei den Birnen und Quitten solche Sorten herausstellen.  Bei Befall sind stark anfällige Sorten zu roden - bei schwach anfälligen Sorten ist Rückschnitt möglich.  

3. Schwach anfälliger Pflegezustand der Bäume

Bei der Anfälligkeit der Bäume spielt das Abschottungsvermögen der Bäume eine große Rolle, d.h. Bäume "erkennen" Krankheitsbefall und verschließen z.B. mit Phenolen die Übergänge zu den befallenen Pflanzenteilen. "Ruhige" Bäume mit kurzen Jahrestrieben haben diese Fähigkeit stärker als stark wüchsige, triebige Bäume. Triebigkeit können wir wie folgt vermeiden:

  • keine bzw. geringe Stickstoffdüngung, aber gute Kaliversorgung
  • geringer Schnitt im Ertragsalter, vor allem das Anschneiden der Zweige ist ab dem 7. bis 10. Standjahr zu vermeiden.

Leider kann sich daraus ein Widerspruch ergeben. Der allgemein geforderte radikale Rückschnitt bei Befall erhöht die Triebigkeit und damit die Anfälligkeit der Bäume.

4. Kalken des Stammes und der Hauptäste

Der Kalkanstrich war und ist ein probates Mittel um Winterfrostschäden zu vermeiden. Die helle Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen, verhindert so die Erwärmung des Stammes und des "Ziehen des Saftes".

Das Kalken kann auch bei der Feuerbrandbekämpfung sehr hilfreich sein:

  • kleine Frostrisse in der Rinde des Stammes werden vermieden. Sie könnten zu Infektionsstellen werden.
  • Feuerbrandbakterien brauchen für ihre Entwicklung Wärme. Vor allem der für eine Blüteninfektion erforderliche Entwicklungsvorsprung der Bakterien könnte durch gekalkte, kühlere Bäume reduziert werden.
  • Kalk wirkt desinfizierend gegen Feuerbrandbakterien und zwar an den Überwinterungsstellen im Starkholz (Cancer) und an möglichen Infektionsstellen. Die Zugabe von Kupfer (z.B. Funguran) zum Kalkanstrich kann sinnvoll sein.

5. Entsorgung des Schnittgutes

Stärkeres Holz kann ganz normal als Brennholz, Bastel- oder Möbelholz verwendet werden. Mit Feuerbrand infiziertes Feinholz gehört keinesfalls auf den Kompost. Kleinere Mengen haben in der Mülltonne Platz, größere Mengen nimmt der Wertstoffhof an und entsorgt über (holzigen) Sperrmüll.

6. Vorsichtsmaßnahmen beim Schneiden

Der bekterielle Feuerbrand ist bei entsprechenden Wetterbedingungen sehr infektiös. Beim Rückschnitt befallener Pflanzen können z.B. über die Schnittstellen (Eintrittspforte für das Bakterium), über das Werkzeug, beim Transport des Schnittgutes neue Infektionen gesetzt werden. Häufiges Desinfizieren des Werkezeuges und der Hände ist dringend erforderlich. Wenn möglich, sollte bei kühler, trockener Witterung gearbeitet werden.

Die Meinung der Fachleute zur Feuerbrandbekämpfung ist nicht einheitlich. Das liegt auch an den unterschiedlichen Arten des Obstbaues (Erwerbsobstbau, Hausgarten, Streuobst).    

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